Einsatzstatistik

 

Welche Einsatzarten gibt es?

 

Brände und Hilfeleitungen lassen sich nach ihrer Größe in verschiedene Kategorien einteilen. Diese Einordnung hilft entsprechende Gegenmaßnahmen, wie die Alarmierung von Einsatzkräften der Feuerwehr, im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes zu treffen.
 



Entstehungsbrand
Jeder Brand, sofern es sich um keine Brandstiftung handelt, beginnt mit einem Entstehungsbrand. Hierbei handelt es sich nicht selten um einen Schwelbrand, ausgelöst durch Defekte in elektrischen Geräten, vergessene Herdplatten, unbeaufsichtigte Kerzen oder ähnliches. Entstehungsbrände können meist ohne besonderes Löschgerät mit einem Eimer Wasser gelöscht werden, sie reichen jedoch aus, um genügend Rauch zu produzieren, dass Personen dadurch ernsthaft gefährdet werden. Deshalb sollte auch schon bei einem Entstehungsbrand Atemschutz getragen werden.

Kleinbrand
Kleinbrände sind die häufigsten Brände, zu denen jedoch nicht immer die Feuerwehr ausrücken muss. Zum Löschen eignet sich insbesondere ein Feuerlöscher oder eine Kübelspritze. Die Feuerwehr unterscheidet dabei zwischen:

Kleinbrand a Einsatz von einem Kleinlöschgerät.
Kleinbrand b Einsatz von nicht mehr als einem C-Rohr.
Beispiele für Brände kleinerer Ausdehnung sind kleinere Pkw-Brände, Rasenbrände oder brennende Mülltonnen.

Mittelbrand
Die meisten Brände, zu denen die Feuerwehr ausrückt, sind Mittelbrände und können in der Regel von einem oder seltener zwei Löschzügen der Feuerwehr wirksam bekämpft werden. Gemäß offizieller Definition werden nicht mehr als 3 C-Rohre und keine Sonderrohre eingesetzt.

Beispiele für Brände mittlerer Ausdehnung sind Wohnungsbrände, größere KFZ-Brände, Gebäudebrände, Schienenfahrzeugbrände, kleinere Waldbrände (ohne Wipfelfeuer).

Großbrand
Brennende Lagerhäuser in HelsinkiGroßbrände stellen die Ausnahme dar. Gemäß Definition werden mehr als 3 C-Rohre oder/und Sonderrohre wie B-Rohre, Monitore oder Schaumrohr eingesetzt.

Zu ihrer Bekämpfung können mehrere Züge oder gar Verbände der Feuerwehr über einen größeren Zeitraum benötigt werden. Diese können unter Umständen auch von Katastrophenschutzeinheiten unterstützt werden. Der Löscherfolg am brennenden Objekt kann dabei äußerst gering bleiben. Teilweise müssen sich die Hilfskräfte darauf beschränken, die Ausbreitung des Feuers zu begrenzen und benachbarte Sachwerte (Nachbargebäude etc.) zu schützen. Hierfür werden auch Monitore, B-Rohre, Wenderohre, Hydroschilde und andere große Wasserabgabe-Armaturen eingesetzt. Beispiele für Brände großer Ausdehnung sind Tankzugbrände, Tanklagerbrände, Brände von Großobjekten, Industriebetrieben und landwirtschaftlichen Anwesen, aber besonders auch größere Waldbrände und Brände auf Müllkippen. In der Geschichte gab es allerdings auch Brände die sich zu regelrechten „Feuerstürmen“ entwickelten, bei denen ganze Städte bzw. große Teile dieser niederbrannten.
 


Technische Hilfeleistung
Die Technische Hilfeleistung (Abkürzung: TH oder auch THL) bezeichnet einen Aufgabenbereich von Hilfsorganisationen (wie Feuerwehr, THW usw). Darunter fallen all jene Einsätze, die sich nicht oder nicht nur auf das Verwenden von Löschmitteln bzw. die Leistung notfallmedizinischer Hilfe beschränken.

Dieser Begriff gilt dementsprechend für Einsätze, bei denen Aggregate, Maschinen oder technisches Wissen bereitgestellt werden müssen. Als technische Hilfeleistung zählt also schon das Bereitstellen von elektrischem Strom.

Der Einsatzschwerpunkt der Feuerwehren hat sich in den vergangenen Jahr(zehnt)en zunehmend in Richtung technischer Hilfeleistungen verschoben.

Beispiele für diese Einsatzkategorie:

Patientengerechte Rettung
Bergung verunfallter Fahrzeuge
Tierrettung und Schutz der Öffentlichkeit vor Gefahren durch Tiere
Beseitigung und Vermeidung von Sturmschäden
Hilfeleistung bei Überschwemmungen
Hilfeleistungen im Katastrophenfall
Türöffnungen, falls anderweitiger Zutritt nicht möglich ist
Gefahrguteinsätze, u. a. Abdichten, Aufnehmen und Sichern gefährlicher Stoffe
Strahlenschutz
Beseitigung von Ölspuren
Weitere Tätigkeiten, etwa im Rahmen der Amtshilfe für die Polizei u. dgl.
 


Fehlalarm
Ein Fehlalarm (auch: Täuschungsalarm) ist eine irrtümliche oder missbräuchliche Alarmierung von Feuerwehr, Rettungsdienst oder der Polizei, die zu keinem oder einem unnötigen Einsatz, einem so genannten Fehleinsatz führt. Ebenfalls gebräuchlich ist Falschalarm.

Ein Falschalarm kann folgendermaßen klassifiziert werden:

Blinder Alarm bzw. technischer Alarm: Der Brandmelder ist defekt oder wurde z. B. durch elektromagnetische Felder (EMV) gestört.
Böswilliger Alarm: Aufgrund einer absichtlichen Einwirkung ohne tatsächliches Erfordernis wurde ein Alarm ausgelöst, zum Beispiel an einem Druckknopfmelder oder durch Haarspray (in Deutschland strafbar, wenn es sich um Notrufmelder handelt), aber auch über die Notrufleitungen 112, 110 und 19222.
Täuschungsalarm: Der Brandmelder bzw. die Alarmanlage wurde durch Effekte getäuscht, die einer realen Gefahr ähnlich sind, wie Zigarettenrauch, Schweißen oder Küchendämpfe. Hiervon abzugrenzen ist der Fehleinsatz, eine Alarmierung aufgrund einer falschen Wahrnehmung.

In Deutschland ist jede Auslösung eines Falschalarms, die einen Feuerwehr- oder Polizeieinsatz nach sich zieht, kostenpflichtig. Personen, die vorwerfbar einen Falschalarm auslösen sind immer schadenersatzpflichtig und strafrechtlich verantwortlich (§§ 145, 145d StGB). Hat die alarmierende Person aus bestem Wissen und Gewissen gehandelt und ist kein Vorsatz erkennbar, so übernimmt die Allgemeinheit die Kosten. Insofern besteht kein Grund die Feuerwehr bei vermuteter, aber nicht gesicherter Gefahr nicht zu alarmieren. Falschalarme bergen auch die Gefahr einer Gewöhnung der alarmierten Personengruppen und werden dadurch evtl. nicht mehr ernst genommen. In vielen Ländern ist die Situation ähnlich.

Bei der Feuerwehr ist eine häufige Ursache für Falschalarme, dass ein Brandmelder bei sogenannten Heißarbeiten (beispielsweise Schweißen) nicht abgeschaltet wurde. Im Umkehrfall kommt es aber auch zu echten Bränden ohne Alarm, weil solche Brandmelder nach den Arbeiten nicht rechtzeitig reaktiviert werden.

 
 
Kontakt

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