Geschichtliche Darstellung 

Zur Ortsgemeinde Birkenbeul gehören die Ortschaften Birkenbeul, Weißenbrüchen, Kratzhahn und Pfaffenseifen. Der Heimatfreund Manfred Schumacher aus Birkenbeul hat in der Ausgabe "Von Pfaffenseifen bis Niederirsen", dem Band 2 einer Heftreihe, herausgegeben von den Heimatfreunden Hammer Land e.V., sehr viel wissenswertes aus der Ortsgemeinde Birkenbeul zusammengetragen.

 

Der älteste Nachweis einer Besiedlung in diesem Gebiet ist aus Birkenbeul erhalten, da hier frühzeitig herrschaftliches Lehen in Form von Land und Höfen vorhanden war. Die Lehen wurden von den Grafen von Sayn-Hachenburg verliehen, die ihrerseits den hiesigen Raum im Jahre 1221 als Lehen von Kurköln, dem Erzbistum Köln, bekamen.

 

Die Lehnsherren hatten auf den Höfen Pächter eingesetzt, die das Land bewirtschafteten und einen Teil des Ertrages abgeben mussten. So wird Birkenbeul erstmals im Jahre 1381 in einem Pachtvertrag, den Jahonn Ruysgi, genannt von Birkenbeul, mit einem Hillen Sohn abschloss, erwähnt.

 

Im Jahre 1454 erscheint Johann von (Willensdorf) Willenstorf mit einem Lehen zu Wickhausen, Niederhausen, Pracht und Birkenbeul. In den Lehensbriefen der Willensdorf findet sich nach 1454 auch der Name Weißenberg. Ein Heinrich von Weißenberg hatte Gut und Erben zu Weißenbrüchen. Durch Vergleiche von Zahlungs- und Abgabenlisten mit kirchlichen Dokumenten lässt sich feststellen, dass der Ort Weißenbrüchen fast ganz durch die Familie der Weißenbruchs belegt wurde. Erst nach 1700 mehrten sich die Wohnhäuser in Weißenbrüchen und im Gegensatz zu Birkenbeul hatte Weißenbrüchen schon früh einige Handwerker im Ort: Schuster, Schneider, Schmiede und Schreiner. Durch den Fuhrbetrieb auf der Kohlstraße, einer alten Heerstraße auf der zu damaliger Zeit Holzkohle aus dem Asbacher Raum zur Heinrichshütte gefahren wurde, entstanden auch zwei Schankwirtschaften im Ort.

 

Den Ortsnamen Kratzhahn findet man erst 1606 bei einer Zehntverleihung. Genannt wurde dabei auch ein Bernd Ihm Cratz-Hain.

 

Im Gebiet um Pfaffenseifen suchte man schon früh nach Eisen und anderen Erzen. Vielleicht ist der Orsname durch die Anlage der Grube Pfaffenseifen entstanden, die um 1650 von dem Herren von Diest belehen wurde. Zwischen Hilgenroth und Pfaffenseifen verlief nach der Teilung der Grafschaft Sayn in Sayn-Altenkirchen und Sayn-Hachenburg die Grenze und bildet auch heute noch die nord-westliche Gemarkungsgrenze der Ortsgemeinde Birkenbeul. Sayn-Altenkirchen hatte die Chur-Sächsische Bergordnung, wogegen Sayn-Hachenburg die Nassauische Bergordnung hatte. Im zu Sayn-Hachenburg gehörendem Gebiet um Pfaffenseifen liegen viele Mutungen und Grubenfelder. Die Grube Pfaffenseifen hatte einen Stollen mit vier Schächten. Die Grenzsteine mit den Aufschrifen SA (Sayn-Altenkirchen) und SH (Sayn-Hachenburg) stehen noch heute im Gelände. Pfaffenseifen ist ein Weilderdorf mit 2 Häusern geblieben.

 

1803 werden die Orte und Höfe zu Birkenbeul, Weißenbrüchen, Pfaffenseifen und Kratzhahn als Sende Birkenbeul genannt. Neben der Ortsgemeindschaft, die auch als Gemeinde bezeichnet wird, entsteht nach 1816 in preußischer Zeit die politische Gemeinde. Um 1830 werden die Ländereinen erstmals auf Flurkarten aufgenommen und die Grundstücke in Bücher (Muterrolle) zusammengefasst.

 

1849  wurde ein erstes Schulgebäude eingeweiht und 1884 ein Zweites errichtet. Beide Gebäude wurden 1953 durch einen Neubau ersetzt. Trotzdem wurde der Schulbetrieb 1969 nach Hamm (Sieg) verlegt und das Schulgebäude veräußert.

 

1899 wird die Ausweisung eines Friedhofs vorgenommen und es findet eine Konsultierung der Ländereien statt. Im Jahre 1923 wird eine Lichtinteressentenschaft gegründet, die im Jahre 1953 das Ortsnetz an das EWS verkauft. Nach dem 2. Weltkrieg kommt es in Birkenbeul zur Gründung einer Wassergenossenschaft, die einen Hochbehälter an der Wunderbuche baut und eine zentrale Wasserversorgung verlegt. Nach den Aufzeichnungen der Wasserleitungsinteressentenschaft Weißenbrüchen bestand seit 1891 eine Wasserleitung. Im Jahre 1969 wurde die Eigenversorung an die Gemeinde Birkenbeul abgegeben. Der Anschluss an die zentrale Wasserversorgung des Kreises Altenkirchen mit dem Anschluss an die Aggertalsperre im Jahre 1986 machte die gemeindeeigene Wasserversorgung entbehrlich. Die Verantwortung für die Wasserversorgung wurde an dei Verbandsgemeinewerke Hamm (Sieg) abgegeben. In den Jahren 1983 - 1944 fand ein weiteres Bodenordnungsverfahren statt. Viele kleinere Nebenerwerbslandwirte stellen die Landwirtschaft ein und überließen die Landbewirtschaftung den verbleibenden Großbetrieben, die heute hauptsächlich eine Grünlandbewirtschaftung vornehmen.

 

 

Lage

Die Dörfer Birkenbeul, Weißenbrüchen, Kratzhahn und Pfaffenseifen liegen nordöstlich des Beulskopf, der mit 388 m NN die höchste Erhebung im Kreis Altenkirchen. An der östlichen Gemarkungsgrenze sind es nur wenige Kilometer bis zur Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen.

 

Bereits bei der Fahrt über die L267 in Richtung Birkenbeul und Weißenbrüchen kann man den Blick der reizenden landschaft bis zur Sieg und ins Oberbergische genießen.

 

 

Gemeindliche Einrichtungen

Kinderspielplatz in Birkenbeul

Sportplatz in Birkenbeul (Hartplatz)

Dorfplatz in Weißenbrüchen

Friedhof in Birkenbeul

 

Bürgerhaus in Birkenbeul (Eigentum des Bürgervereins Birkenbeul e.V.)

 

 

Wissenswertes

Naturdenkmal "Wunderbuche", ca. 600 Jahre alte Trauerbuche

 
 
Kontakt

Ortsbürgermeister

Eckhard Voigt

 

Höhenstraße 8

57589 Weißenbrüchen

 

Tel.: 02682 1386

Mobil: 0160 93115177


E-Mail: Eckhardvoigt56@aol.com

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