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Emotionale Friedensaktion an der Grundschule

Friedenszeichen und Friedenstauben an den Fenstern, Regenbogenbilder und Verkaufsstände, ein großer Schriftzug KOMM WIR ZIEHEN IN DEN FRIEDEN am Eingang: All dies kündigt schon vor der ersten großen Pause die Friedensaktion der Grundschule an.

Eltern bringen ihre Kuchenspenden in den Mehrzweckraum zum reichhaltigen Buffet. Sie sind dem Aufruf von Frau Hundhausen vom Schulelternbeirat gern gefolgt, die mit vielen fleißigen Helfern die Tombola und den Kuchenverkauf vorbereitet hat.

In der Pause kann es endlich losgehen. Die Kinder kaufen Friedensbuttons, gebastelte Karten und Anhänger, Lesezeichen, Freundschaftsbänder, Friedensmännchen und vieles mehr. Es bilden sich lange Schlangen auf dem Schulhof an den Verkaufsfenstern fürs Buffet. 

Kinder hinter einem Tisch, der als Verkaufsstand für Buttons und Ranzenanhänger dient.

Dann wird es aber auf einmal sehr besinnlich und emotional. Die Friedensaktion der Grundschule findet ihren Höhepunkt, und es wird ganz still. Alle lauschen, als ein Kind über Lautsprecher Artikel 3 des Grundgesetztes vorträgt: „Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen oder seiner sexuellen Orientierung benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Anschließend setzt Musik ein, und alle singen lautstark mit Udo Lindenberg: „Komm, wir ziehen in den Frieden, wir sind mehr als du glaubst…“, und gemäß dem Text ziehen die einzelnen Klassen langsam in das auf den Schulhof mit Kreide aufgemalte Friedenszeichen ein.

Davor gab es auch einen emotionalen Gänsehautmoment, als eine Gruppe von Grundschülern als Auftakt das Lied „Wozu sind Kriege da?“ singt. Zeilen wie „Herr Präsident, ich bin jetzt 10 Jahre alt und ich fürchte mich in diesem Atomraketenwald…“ zeigen die Hilflosigkeit, vor allem aus Kindersicht. Ein Lied, das über 40 Jahre alt ist, aber leider nicht an Aktualität verloren hat wie Frau Mayr-Feilke als Moderatorin betont.

Seit vielen Jahren kommen Flüchtlingskinder aus verschiedenen Kriegsgebieten in die Grundschule in Hamm, u.a. aus Afghanistan, dem Iran, aus Syrien und aktuell aus der Ukraine. Was sich im Inneren der Kinder abspielt, können auch die Lehrer nur vermuten und situationsbezogen reagieren - Nicht immer ist es einfach für alle Beteiligten.

Anschließend singen alle zusammen im Friedenszeichen lautstark das Lied „Der Friedensmaler“ (von Frederik Vahle). Der Refrain wird unterbrochen durch Texte in verschiedenen Sprachen, auch ukrainische Flüchtlingskinder lesen vor. Der ruhige Gesang und der eindringliche Text „Kleine weiße Friedenstaube“ (von 1948) schließt sich als nächstes Lied an und macht sehr nachdenklich, aber auch hoffnungsvoll.

Am Ende schließt sich dann der Kreis: Das Lied „Komm wir ziehen in den Frieden“ erklingt noch einmal, und die Kinder verlassen ihren Standort im Friedenszeichen.

Damit endete der Vormittag, der dank der Hilfe vieler Beteiligter aus der Schulgemeinschaft ermöglicht wurde. Dank galt auch den Sponsoren (insbesondere Volksbank und Sparkasse, Wiens Energy, Bender & Bender Immobilien, Eiscafé Riviera). Insgesamt wurden über 2500 Euro erlöst, die an Hilfsorganisationen zur Unterstützung der Ukraine gespendet werden sollen.

Die Friedensaktion der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Grundschule sollte die Sorgen und Ängste der Kinder umwandeln von tatenloser Hilflosigkeit in aktives Handeln. Das ist rundherum gelungen.

7 Kinder halten große Papierblätter vor sich. Auf jedem Blatt steht nur ein Buchstabe. Zusammen ergeben sie das Wort FRIEDEN