Nachrichten aus dem Hammerland

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aus der Verbandgemeinde Hamm (Sieg) und ihren Ortsgemeinden.

Bürgermeister appellieren eindringlich: Glasfaser wird gebraucht!

Mit einem fast schon leidenschaftlichen Appell haben sich Bürgermeister, Ortsbürgermeister, Beigeordnete und Wirtschaftsförderer an die Menschen im Kreis Altenkirchen gewandt, sich für einen schnellen Glasfaseranschluss zu entscheiden. Alle Beteiligten waren sich einig, dass die heutige  Internet-Leistung schon sehr bald nicht mehr ausreichen wird. "Brauche ich nicht", sei die falsche Einstellung.

Die mehr als deutliche Botschaft bei der gemeinsamen Veranstaltung im Kulturwerk Wissen: Ohne diesen Anschluss verliert die Region den Anschluss – und das schon in wenigen Jahren und in sämtlichen Lebensbereichen. Den Kommunalpolitikern war es ein Anliegen, noch einmal über die Bedeutung der Glasfasertechnologie zu informieren.

Im Kreis sind derzeit bekanntlich die GlaserfaserPlus (im Raum Altenkirchen) und die Deutsche Glasfaser eigenwirtschaftlich aktiv. Im Klartext: Die beiden Unternehmen wollen Glasfaseranschlüsse auf eigene Kosten verlegen.

Im Fall der Deutschen Glasfaser, mit der auch die Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) einen Kooperationsvertrag hat, wurde der Endspurt im Verfahren eingeläutet. Nur noch rund drei Wochen lang (bis 3. Dezember) besteht die Möglichkeit zu einem Vertragsabschluss. Denn noch einmal zur Erinnerung:

Nur wenn vor Ort in den Gemeinden eine Quote von 33 Prozent erreicht wird, erfolgt ein Ausbau!

Den kostenlosen Anschluss ins Haus werden außerdem nur jene erhalten, die bis 3. Dezember unterschrieben haben. Auf die Nachbarn mit Vertrag zu bauen, macht also keinen Sinn.

Wenn der Ausbau auf Kosten der Unternehmen scheitert, besteht grundsätzlich noch die Chance auf eine geförderte Variante. Doch aufgrund der exorbitant hohen Kosten plus Eigenanteile der Städte und Gemeinden stehen hinter dem Wie, Wann und Wo mehr als drei Fragezeichen.

„Sich auf den Staat zu verlassen, halte ich für äußerst gefährlich“, so Wissens Bürgermeister Berno  Neuhoff. Die Menschen im Kreis hätten es jetzt selbst in der Hand, nicht die Politik. „Wir stellen aber fest, dass der Leidensdruck noch nicht hoch genug ist.“

In der Tat lautet das zentrale (Gegen-)Argument, mit dem die kommunalen Vertreter konfrontiert werden: „Mir reicht das, was ich jetzt habe.“ Womit die derzeitige Netzgeschwindigkeit gemeint ist. „Es reicht eben nicht“, stellte Ortsbürgermeister Hubert Wagner (Birken-Honigsessen) klar. Und auch Tim Kraft, Wirtschaftsförderer der VG Kirchen, sieht keinerlei zeitlichen Spielraum: Der Kreis müsse jetzt vor die große Welle kommen, in drei Jahren sei es schon zu spät.

Wie wichtig der Glasfaseranschluss in einem speziellen Einsatzbereich ist, verdeutlichte Ortsbürgermeister Hubert Becher (Katzwinkel): Der langjährige Krankenhaus-Manager erinnerte an die fortschreitende Medizintechnik und Telemedizin. Ohne Glasfaser nehme man „sehenden Auges“ in Kauf, dass sich die medizinische Versorgung im ländlichen Raum verschlechtere.

Neuhoff prognostizierte bei einem Scheitern des Projekts, dass der gesamte Kreis abgehängt werde. Jammern wolle er dann nicht hören: „Es soll keiner sagen, er habe von nichts gewusst!“