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aus der Verbandgemeinde Hamm (Sieg) und ihren Ortsgemeinden.

Buntes Treiben, gute Laune: Raiffeisenmarkt gelungen

Das Markttreiben beim 2. Raiffeisenmarkt in Hamm ließ nur wenige Wünsche offen. Die Ständler boten von Deko aus Holz über Edelsteine und Blumen bis zum historischen Bügeleisen nahezu alles, was das Herz begehrte. Hinzu kam das Unterhaltungsprogramm, bei dem die Musiker und Tänzer alles gaben. Das Publikum ließ sich nicht lange bitten, auf einer der zahlreichen Sitzgelegenheiten Platz zu nehmen und länger zu verweilen. Kein Wunder: Auch die Stände mit Speisen und Getränken hatten sich einiges einfallen lassen.

Eröffnung mit einem kleinen Fässchen Freibier.

Schon Samstagmorgen um 11 Uhr machte die Jagdhorngruppe des Hegerings Hamm (Sieg) mit ihren Jagd- und Parforcehörnern vernehmbar darauf aufmerksam, dass sich in der Ortsmitte ein Ereignis anbahnte. Ortsbürgermeister Bernd Niederhausen schlug gleich darauf ein Fässchen Freibier an, und Bürgermeister Dietmar Henrich machte darauf aufmerksam, dass Raiffeisen keineswegs ein Mann der fernen Vergangenheit ist, sondern seine Gedanken auch und gerade heute Beachtung finden sollten. Dem vom "Aktionskreis Kultur Hamm" vorbereiteten und von Orts- und Verbandsgemeinde Hamm gemeinsam veranstalteten Raiffeisenmarkt wünschte er viel Erfolg. Da auch zahlreiche Vereine und ehrenamtliche Gruppierungen zum Gelingen beitrugen, galt ihnen ein besonderer Dank.

Um 14 Uhr schlug die Stunde der Bühnenküken der KG Pracht. Mit ihrem Auftritt bewiesen sie, dass man auch im Grundschulalter schon tolle Hebefiguren bewältigen und die Menge begeistern kann - mitten auf der Scheidter Straße ein ebenso ungewohnter wie mitreißender Anblick. 

Dorfrundgang mit Lampenfieber. Hier: Anne Preuß als Klatschbase und Jörg Brück als Moritatensänger. 

Fast unmittelbar darauf bauten Bläserklassen und Big Band der IGS Hamm (Sieg) ihre Instrumente auf. Mit ihren Auftritten konnte die Stimmung beim Raiffeisenmarkt dann endgültig als "geritzt" angesehen werden. Wer sich zum Dorfrundgang mit der Theatergruppe "Lampenfieber" angemeldet hatte, erlebte einen weiteren Höhepunkt des Unterhaltungsprogramms. Urkomisch, wie nach einer kurzen, von Renate Krämer gesprochenen Einleitung plötzlich einzelne Schauspieler hinter Hausecken "hervorbrachen", um die Anekdötchen darzustellen.

Ein musikalischer Höhepunkt stand am frühen Abend noch bevor: die Schräglage Jazzband. Ein Sound zum Füßewippen und Hüftenschwingen leitete in einem Abend über, an dem der Markt zwar eigentlich schon zu Ende war, die Leute aber noch lange im Biergarten vor dem Kulturhaus oder im Wirtshaus Zum Raiffeisen sitzen blieben.

Am Sonntag besorgte dann "Dicke-Backen-Musik" den Auftakt am Morgen. Der Bläserchor Schöneberg sorgte mit seinem Platzkonzert für anspruchsvolle Unterhaltung bis in den Mittag hinein. Erneut traten die Bühnenküken und die Amateurschauspieler von Lampenfieber auf, an beiden Tagen machte der Drehorgelmann Harald Heitmann (Bitzen) so manche Runde über den Platz. 

Neuankömmling am Sonntag war Zauberclown Udini, der den Kindern Ballontiere und -blumen knotete. Auch das Kinderschminken war nur am Sonntag dabei, während sich die Kinder an beiden Tagen am nostalgischen Kinderkarussell, an der rollenden Wild- und Waldschule oder beim "Mäusebaron" erfreuen konnten. Letzterer ließ seine zahmen weißen Mäuse selbst aussuchen, in welchem Häuschen sie verschwinden wollten, worauf die jungen Besucher wetten konnten. Die Befürchtung, dass das Tierquälerei sein könnte, schwand sofort, wenn man den entspannten und neugierigen Nagern zuschaute, und so dauerte es teilweise ein paar Minuten, bis die Tierchen in einem der Mauselöcher verschwunden waren.

Das Raiffeisenspiel konnte von den Kindern ausprobiert werden oder die "Wäsche anno dazumal". Man konnte einen Heliumballon mit Raiffeisenporträt im Weitflugwettbewerb steigen lassen, an der Raiffeisenrallye teilnehmen oder einfach einen Kinderpunsch und ein Softeis bestellen. Da sich auch Fördervereine von Kitas und Schulen beteiligten, kamen auch Stände, die sich nicht direkt an Kinder richteten, am Schluss dem Nachwuchs zugute. Besonders guten Zulauf gab's beim Förderverein der Grundschule Etzbach. Zum Genuss von Waffeln, Kuchen, Kaffee und Kaltgetränken hatten die Mütter und Väter sogar Sitzplätze unterm schattigen Zeltdach zu bieten. 

Um 17 Uhr schritten die Heimatfreunde im Hammer Land zur Siegerehrung ihres Sägewettbewerbs. Mit der Bügelsäge hatten sich einige interessierte Männer, Frauen und Jugendliche versucht. Den Sensationserfolg landeten schließlich Mutter und Sohn aus Hattert. Sabine Müller gewann mit 1:15 Minuten den Wettkampf der Frauen, ihr 14-jähriger Sohn Arno errang den zweiten Platz der Männerwertung und war mit 0:33 nur 8 Sekunden langsamer als der Sieger Jörg Baier aus Hamm. Da gab es Pokale, Raiffeisenbücher und Raiffeisenbier.

Raiffeisenbier gab es aber natürlich auch frisch gezapft im Wirtshaus "Zum Raiffeisen", das mit seinem Braukurs unter Leitung von Pfarrer Andreas Stöcker eine Premiere feierte. Ein Raiffeisen-Menü konnte ebenfalls gebucht werden.

Die Verkaufsstände hatten vom Collier als Einzelstück aus 585er Gold und der handgefertigten Keramik über die Patchworkdecke bis zu Käse- und Schinkenspezialitäten, Imkerhonig und Geschirr aus Olivenholz auch besonders hochwertige Stücke im Angebot. Leider waren diese Händler nicht besonders zufrieden mit ihrem Verkaufserfolg: Bei der derzeitigen Inflation und ungewissen Zukunft am Energiemarkt ließ so mancher zwar seiner Bewunderung freien Lauf, sein Portemonnaie aber stecken.

Selbst der Schmied, der im Schweiße seines Angesichts an beiden Tagen immer neue Werkstücke unter den Hammer nahm, konnte von seinen fertigen Waren kaum etwas verkaufen. Man kann nur hoffen, dass beim nächsten Raiffeisenmarkt etwas mehr finanzieller Optimismus herrscht. An guter Laune wird es aber erfahrungsgemäß nicht fehlen!