Nachrichten aus dem Hammerland

Aktuelles

aus der Verbandgemeinde Hamm (Sieg) und ihren Ortsgemeinden.

Was brauchen unsere Betriebe? Mitmachen bei der Umfrage!

Befragung von Betrieben in Vorbereitung

Gründer- und Innovationszentrum Hamm (Sieg): Unter dem Strich sollen sich hier Unternehmer und Professoren, Azubis und Studenten zusammentun. Ziel: den Unternehmen zu Projekten verhelfen, die sie allein nicht stemmen könnten, und jungen Leuten verdeutlichen, dass es auf dem „platten Land“ super Jobs gibt. Mit einer Umfrage bei heimischen Betrieben soll erkundet werden, was diese benötigen, was ihnen weiterhelfen könnte. Die Unternehmen aus der VG Hamm (Sieg) werden angeschrieben, mitmachen können aber alle. Hier geht es zum Fragebogen!

Das Zentrum soll als Genossenschaft geführt werden - kein Wunder im Geburtsort Raiffeisens. Wer zu dieser Rechtsform Fragen hat, kann sich hier informieren: FAQ zum Thema Genossenschaften.

Was soll das sein, das Innovations- und Gründerzentrum? Tatsächlich gibt es in den großen Städten des Landes schon einige dieser Zentren. Meistens wird es eröffnet und dann erwartet, dass sich Startups, Soloselbstständige oder Studenten dort einfinden, von den Räumlichkeiten und (technischen) Einrichtungen Gebrauch machen und „netzwerken“. Der Erfolg ist oft überschaubar.

In Hamm dagegen zäumt man das Pferd ganz bewusst von der anderen Seite auf: Zuerst will man herausfinden, was heimische Unternehmen sich wünschen, was sie brauchen und aus eigener Kraft nicht schaffen, sei es aus finanziellen, sei es aus personellen Gründen.

Ganz bewusst auch beschränkt man sich nicht auf größere Industrieunternehmen, sondern bezieht insbesondere das Handwerk ein. Schließlich ist hier der Fachkräftemangel eklatant, und man könnte gewiss durch kluge Zusammenarbeit die Attraktivität mancher Handwerksbetriebe nicht nur steigern, sondern auch weithin bekannt machen. „Handwerk erlebbar machen“ – das könnte ein Ziel des künftigen Zentrums sein, meint der Bürgermeister.

„Es geht darum, die jungen Leute vor Ort zu halten“, fasste er in einer Pressekonferenz im Rathaus zusammen. An Henrichs Seite: Prof. Dr. Ing. Horst Idelberger. Der emeritierte Universitätsprofessor ist nicht nur vom Ansatz der Hämmscher überzeugt („Die traditionellen großen Kompetenzzentren finden keine Anerkennung von kleinen Betrieben und Handwerkern“), sondern sprüht auch vor Ideen.

Drei strukturelle Säulen könnte er sich vorstellen: Aus- und Weiterbildung, einen Gründerbereich (Startups) und einen Technologiebereich. Warum im Ausbildungsbereich nicht eine Lernfabrik anbieten, in der Azubis und Studenten gemeinsam Dinge entwickeln und herstellen? Der Fachbereich ist hierbei völlig gleichgültig: Studierende des Ingenieurwesens zusammen mit Maurerlehrlingen zum Beispiel oder Ernährungswissenschaftler und Bäcker/Köche. In den Technologiebereich wiederum könnten vielleicht Firmen ihre Spezialanwendungen auslagern und mit anderen gemeinsam betreiben.

Ob es Lernfabrik und Technologiebereich jemals geben wird und, wenn ja, für welche Berufe, ist völlig offen und entscheidet sich erst nach einer Unternehmensbefragung. Erst wird entschieden, was gemacht werden soll, dann wird man die passenden Räumlichkeiten schon finden, so heißt es.

Der Professor sieht durchaus Chancen, junge Leute davon zu überzeugen, dass Ballungsräume nicht alles sind. Wenn man sie erst einmal machen lässt und sie quasi „live“ erfahren, dass auch die heimische Wirtschaft schöne Töchter – sprich: attraktive Arbeitgeber und interessante Tätigkeiten – hat, komme der Faktor „Nähe“ entscheidend zum Tragen. Und damit meint Idelberger beileibe nicht nur räumliche Nähe.

Bei dieser Betrachtungsweise ist es schon fast folgerichtig, dass ausgerechnet das Bundesfamilienministerium Geld springen lässt. Sein Fördertopf „Zukunftswerkstatt Kommunen“ ist für Demografieprojekte gedacht, das geplante Innovations- und Gründerzentrum Hamm (Sieg) wird als genau solches betrachtet. Die Verbandsgemeinde wurde sogar als einzige Kommune im Land mit Mitteln aus diesem Topf bedacht.

Zunächst sind aber die Betriebe am Zug. Das Siegener Mittelstandsinstitut hat den Fragenkatalog erstellt, der beantwortet werden soll. Das erfolgt online, und zunächst werden rund 180 Firmen per Brief und/oder Mail informiert. Später sollen sich dann alle 800 Firmen beteiligen, die in der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) ansässig sind. Unternehmen aus anderen Kommunen können aber ebenfalls teilnehmen. Einfach den Link anklicken und Fragen beantworten! https://ww3.unipark.de/uc/potential/

Wirtschaftsförderer Johannes Plett: „Wenn ein Betrieb außerhalb unserer Verbandsgemeinde teilnehmen möchte, ist das gar kein Problem, wir denken ja ohnehin an eine regionale Aufstellung des Zentrums.“

Bei Fragen können Sie das Siegener Mittelstandsinstitut, Herrn Florian Breda (Tel. +49 (0)271 740-3996, E-Mail florian.breda@uni-siegen.de) oder den Wirtschaftsförderer der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg), Herrn Johannes Plett (Tel. +49 (0)2682 9522-50, E-Mail johannes.plett@hamm-sieg.de) kontaktieren.