Nachrichten aus dem Hammerland

Aktuelles

aus der Verbandgemeinde Hamm (Sieg) und ihren Ortsgemeinden.

Neues Fahrzeug, Beförderungen, Ehrungen...

Ehrungen, Beförderungen, Ver- und Entpflichtungen sowie die Übergabe zweier neuer Fahrzeuge: Die Freiwillige Feuerwehr Hamm (Sieg) hatte genügend Gründe, die gesamte Mannschaft sowie ein paar Ehrengäste ins Feuerwehrhaus einzuladen. Es kam noch hinzu, dass die Jahresschlussbesprechungen für 2020 und 2021 wegen Corona ausgefallen waren, sodass auch die Einsatzbilanzen der beiden Jahre auf der Tagesordnung standen - ein strammes Programm. Die Übergabe und Einsegnung der neuen Drehleiter musste allerdings abgeblasen werden: Wegen der bekannten Lieferschwierigkeiten im Halbleitersegment konnte die "DLK 23/12" nicht rechtzeitig ausgeliefert werden.

Eingeladen zu Fahrzeugübergabe und "Personalangelegenheiten" waren die Mitglieder des Verbandsgemeinderats, der ja das Geld für die beiden Fahrzeuge freigegeben hatte, sowie die Ortsbürgermeister und die Presse. Zunächst aber stand als interne Veranstaltung die Vorstellung der Jahresbilanzen an. Wehrleiter Heiko Grüttner freute sich, so viele Kameraden versammelt zu sehen, was es doch die erste große Zusammenkunft seit 2019. 

Zahl der Einsätze steigt und steigt

Was die Einsatzzahlen der vergangen beiden Jahre angeht, zeigte sich Grüttner besorgt. Bei einer Mannschaftsstärke von um die 50 sind immer mehr Einsätze zu bewältigen, davon besonders viele von den nur 15 Feuerwehrleuten, die tagsüber zur Verfügung stehen. Nach 91 Einsätzen im Jahr 2020 waren es 2021 schon 126 und zum Stichtag 10. Juni 2022 bereits 95. "Ich rechne damit, dass wir dieses Jahr die 200 knacken", so der Rückschluss des Wehrleiters.

Ärgerliche Fehlalarme

Besonders ärgerlich sind dabei die Fehlalarme, deren Zahl sich auf 38 verdoppelt hat. Die Brandmeldeanlagen der Unternehmen seien jetzt 25, 30 Jahre alt und lösten immer häufiger fälschlich aus. "Gespräche darüber verlaufen im Sand", bedauert Grüttner. Verzicht habe man wegen der Pandemie auch bei Übungen und dem geselligen Teil des Feuerwehrdienstes üben müssen. 

Knappheit herrsche auch bei Verantwortlichen der Einzelbereiche. Gerätewart, Pressewart, Betreuer der Homepage, Brandschutzerzieher - für all diese Posten wird noch Ersatz oder zusätzliche Hilfe gesucht. Vorsorglich machte Heiko Grüttner auch darauf aufmerksam, dass seine Dienstzeit als Wehrleiter im September nach 11 Jahren ausläuft. 

Bevor nun die ganze Versammlung in Depressionen versank, griff Bürgermeister Dietmar Henrich mit einem Rückblick aus positiven Nachrichten ein. Die Corona-Teststation der Feuerwehrangehörigen sei super gelaufen und habe sicher auch einen Werbeeffekt ausgelöst, auch die frühzeitige Impfung der Feuerwehrleute habe gut geklappt. Besonders erwähnte Henrich die Neugründung der Jugendfeuerwehr, und vielleicht sei auch die erfolgreiche Werbeaktion an der IGS von vor drei Jahren zu wiederholen.

Der Bürgermeister erinnerte auch an die Anschaffung der Drehleiter ("ein Quantensprung") und die Erhöhung der Aufwandsentschädigung. "Das sind Verbesserungen, die im Rat ohne Diskussion mitgetragen wurden. Wir sind die kleinste und sicher nicht die reichste Verbandsgemeinde, aber darin sieht man: Eure Arbeit ist uns wichtig!" 

Zahlreiche Lehrgangsteilnehmer

Der positive Funke sprang dann auch über, und es wurde erwähnt, dass 20 Hammer Feuerwehrleute Lehrgänge absolviert haben, darunter allein 10 zum Drehleitermaschinisten, dass sich 13 Personen zur Kettensägenausbildung gemeldet haben, dass die Jugendfeuerwehr 17 Kinder umfasst, dass man in Zukunft sicher wieder kameradschaftliche Veranstaltungen wie Ausflüge anbieten könne, dass die Projektwoche an der IGS auf jeden Fall wieder stattfinden soll...

So konnte also der öffentliche Teil der Veranstaltung in freundlichem Rahmen stattfinden. Er begann mit den Ehrungen, Beförderungen, Bestellungen, Ver- und Entpflichtungen. Es wurden Urkunden, Medaillen und Abzeichen durch den Bürgermeister übergeben bzw. den verhinderten Feuerwehrleuten zugestellt. Besonders erwähnt wurde Jan Brenner, der seit 35 Jahren in der Feuerwehr ist und daher eigentlich vom Landrat geehrt wird.

Bronzenes Feuerwehr-Ehrenzeichen (15 Jahre)

  • Mark Daniel Eibach
  • Nico Urban
  • Reinhold Stoll

Silbernes Feuerwehr-Ehrenzeichen (25 Jahre)

  • Matthias Hain
  • Christian Brenner

Goldenes Feuerwehr-Ehrenzeichen (35 Jahre)

  • Bernd Brenner
Der Bürgermeister überreicht eine Urkunde
Bernd Brenner erhielt das Goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen.

Befördungen: Christian Schüchen zum Hauptfeuerwehrmann, Peter Brenner zum Oberlöschmeister, Ingo Schmidt, Hartmut Schmidtke sowie Wilfried Hassel zum Hauptlöschmeister.

Bestellung von Nico Urban zum Jugendfeuerwehrwart und Kevin Jung zum stellvertretenden Jugendfeuerwehrwart.

Verpflichtung von David Bergmann, Sebastian Falkenberg, Benjamin Hess, Achim Friedrich, Nicole Griffel und Lea Kemper.

Drei Feuerwehrangehörige wurden entpflichtet, weil sie verzogen sind oder aus anderen privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen.

Bürgermeister Dietmar Henrich übergab sodann das neue MZF 3 offiziell an die Feuerwehr. Es handelt sich und ein Logistikfahrzeug mit Seilwinde und Ladehilfe, das Transport und Nachführung von Ausstattung für verschiedene Einsatzlagen ermöglicht. Das Mehrzweckfahrzeug (MZF) 3 ist der Ersatz für den alten RW (Rüstwagen) 1 und kostet 220.000 Euro. Das Land bezuschusst die Anschaffung mit 28.000 Euro. "Fast 200.000 Euro bleiben also bei der Verbandsgemeinde hängen", so Bürgermeister Henrich. "Wir sind nicht auf Rosen gebettet, aber im Rat sehr bemüht, unsere Wehr zu unterstützen."

Trotz der Wichtigkeit von Ausstattung war es Dietmar Henrich aber wichtig, sich direkt an die Feuerwehrleute zu wenden:  "Die Fahrzeuge allein nützen uns nichts. Es würde kein einziger Brand gelöscht und keine Hilfeleistung bewältigt. Deswegen: Ohne euch geht es nicht!"

Ähnlich äußerten sich im Anschluss die beiden Geistlichen Pfarrer Andreas Stöcker und Pater George, deren Segen selbstverständlich mehr den im Einsatz befindlichen Personen als dem Fahrzeug gilt. Gemeinsam sprachen sie Segensworte, spendeten reichlich Weihwasser und beteten zum Schluss mit allen Anwesenden das Vaterunser. 

Pfarrer Stöcker und Pater George bei der Segnung des neuen MZF.