Blick ins Holperbachtal

Freizeit & Tourismus

...im HammerLand bedeutet vor allem, Natur zu erleben. Ob zu Fuß oder mit dem Mountainbike: Die Landschaft des Westerwaldes bietet vielfältige Abwechslung.

Aufgaben und Ziele der Bachpatenschaften

In der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) bestehen seit 1992 für mittlerweile 8 Bäche Bachpatenschaften. Das entspricht einer Strecke von ca. 27 km und umfasst ca. 25 % der gesamten Wasserfläche. Betreut werden die Bäche von 6 Einzelpersonen und 2 Gruppen, den Pfadfindern und dem DLRG. Die Gründe, warum man sich für eine Bachpatenschaft entscheidet sind recht vielschichtig. Mal steht die Liebe zur Natur im Vordergrund, mal ist es das Interesse an der Fischerei oder nach dem Motto der Pfadfinder „Die Welt etwas besser verlassen als man sie vorgefunden hat“. So unterschiedlich wie die Motive sind, so unterschiedlich sind auch die Personen, die diese Tätigkeit als Ehrenamt ausüben. Daher ist es wichtig, in der Verbandsgemeinde nicht nur einen festen Ansprechpartner zu haben, sondern auch für einen Zusammenhalt innerhalb der Gruppe Sorge zu tragen.

Auf Einladung der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) treffen sich die Bachpaten zu Jahresbeginn um einen Rückblick auf das vergangene Jahr zu halten und zu besprechen, welche Aktionen im laufenden Jahr durchgeführt werden sollen. Zudem wird dieses Treffen auch für einen regen Meinungs- und Erfahrungsaustausch genutzt. Einen wichtigen Raum nehmen bei unserer Arbeit die Bachbegehungen ein. Wir schaffen es zwar nicht jedes Jahr alle Bäche komplett abzugehen, sondern bemühen uns das spätestens nach 2 bis 3 Jahren jeder Bach einmal abgegangen ist. Hierüber wird ein Protokoll gefertigt und zusätzlich alle vorgefundenen Problemstellen oder auch positive Entwicklungen in einem Übersichtsplan markiert. Wir versuchen dann gemeinsam die anstehenden Aufgaben im laufenden Jahr abzuarbeiten. 

Eine Orientierungshilfe der angestrebten Veränderungen bietet unser Leitfaden mit dem Titel „Kompensation durch projektbezogene Renaturierungsmaßnahmen“, den wir im Dezember 1998 für insgesamt 7 der 8 betreuten Bachläufe entwickelt haben. Wir zeigen mit diesem Leitfaden Lösungsmöglichkeiten auf, dass es sinnvoller ist den ökologischen Ausgleich im Rahmen der Bauleitplanung nicht durch die Schaffung sog. „Inselbiotope“ (z. B. die Anlage einzelner Obstwiesen) zu erzielen, sondern durch die Einbeziehung des gesamten Ökosystems Bach. Die in diesem Leitfaden erfassten Fläche wurden bei der Neuaufstellung unseres Flächennutzungsplanes im Jahre 2002 auch entsprechend berücksichtigt und in Abstimmung mit unseren Landwirten als Kompensationsflächen dargestellt.

Neben den allgemeinen Unterhaltungsarbeiten und der Umsetzung einzelner Projekte sind am Holperbach, bedingt durch eine Kanalbaumaßnahme in 1999, Maßnahmen im größeren Umfang realisiert worden. Unser Bachpate Werner Kaster hat bei der Umsetzung auch tatkräftig mitgewirkt und kann sich heute über ein naturnahes Gewässer mit stetig wachsendem Fischvorkommen erfreuen. 

Ein gemeinsames Projekt mit unserer Arbeitsgruppe für Landwirtschaft und Umwelt des  Wirtschafts- und Strukturausschusses war die Errichtung des Gewässer- und Naturlehrpfades 2007 im Seelbachtal.

Rund um das Thema Wasser gibt es sehr viele Fragen, sodass wir seit einigen Jahren interne Fortbildungen durchführen. Die Bestimmung der Gewässergüte ist hierbei ein bedeutender Faktor, um den momentanen Zustand unserer Gewässer zu beurteilen. Holger Schulz, der Gewässerwart des Fischereiverbandes Opsen/Fürthen, hat uns die Unterschiede zwischen der chemischen und biologischen Bestimmung der Gewässergüte erläutert. Vertiefen konnten wir die gewonnenen Erkenntnisse während einer Mitfahrgelegenheit auf dem Laborschiff der MS Burgund. 

Ein weiteres Thema war die Wiedereinbürgerung des Lachses in unsere heimischen Gewässer. Unser Bachpate Werner Kaster ist aktiv in das Lachsprogramm 2010 eingebunden und hat uns auf sehr anschauliche Weise von den unterschiedlichen Entwicklungsstadien eines Lachses über die Wanderungen bis hin zu der Elektrobefischung einen Einblick in die Arbeit gegeben. 

Öffentlichkeitsarbeit ist für uns auch ein wichtiges Thema geworden, um unsere Mitbürger für den Naturraum rund um unsere Bachläufe zu sensibilisieren. Angefangen haben wir mit der Organisation einer Ausstellung unserer Arbeiten im Rahmen eines Sommerfestes am Waldschwimmbad. Danach erfolgte eine Veröffentlichung über die umfangreiche Tätigkeit der Bachpaten in der Rheinzeitung und im Mai diesen Jahres haben wir in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht einen landesweiten Bachpatentag in der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) durchgeführt. 

Für die Zukunft planen wir die sukzessive Umsetzung der Maßnahmen aus unserem Leidfaden. Den Gewässer- und Naturlehrpfad möchten wir gerne erweitern und beabsichtigen auch an anderen Bachläufen einen Lehrpfad anzulegen, da wir reges Interesse bei unseren Bürgern festgestellt haben. Voraussetzung ist allerdings die Eignung des Gewässers, da mache Bachläufe mit ihrem Naturraum sehr sensibel sind und sich ein „Tourismus“ eher nachteilig auswirken würde. Das Thema Öffentlichkeitsarbeit wird uns auch weiterhin beschäftigen, da wir bemüht sind das Umweltbewusstsein unserer Mitbürger zu stärken. Ebenso werden wir uns weiterhin mit internen Fortbildungsmaßnahmen befassen, insbesondere mit der Bestimmung der Gewässergüte.  

Bei der Umsetzung der Maßnahmen hat sich gezeigt, dass es viele Interessenten am Bach gibt. Die Landwirte, die Fischereiberechtigten, die Naturschützer, die Freizeitler etc.. Jeder möchte natürlich gerne, dass seine Interessen ausreichend berücksichtigt werden. Wir legen daher Wert auf die Einbindung aller betroffenen Eigentümer und Nutzer. Natürlich können nicht alle Vorstellungen gleichermaßen berücksichtigt werden, sondern es wird ein Kompromiss angestrebt, mit dem dann meist alle leben können. Unser Ziel ist es die Belange des Naturschutzes mit den Nutzungsansprüchen des Menschen in Einklang zu bringen. Dafür werden wir uns auch in Zukunft einsetzen.