Ausstellung mit Impressionen über den jüdischen Friedhof in Hamm im KulturHaus

„Hammer Blickpunkte“ heißt die neue und die erfolgreiche Staffel „Hamm Kreativ“  ersetzende Ausstellungsreihe im KulturHaus. Der Auftakt beschert bis Samstag, 24. November, unter dem Leitgedanken „Bist ein Stein so klein“ imposante Impressionen des Hammer jüdischen Friedhofs in Photographien, Grafiken, Plastiken und Texten.

 

Stellen Impressionen zum Hammer jüdischen Friedhof im KulturHaus aus. Im Bild von links: Charlene Hundhausen, Volker Niederhöfer, Annette Röcher, Petra Moser und Christel Bock. Die Idee zu dieser Photoausstellung hatte der künstlerische Koordinator des KulturHauses, Volker Niederhöfer. „In Gesprächen mit Hamm-Kreativ-Ausstellern konnte festgestellt werden, dass nicht nur ich über Jahre und im Wechsel der Jahreszeiten einprägsame Eindrücke dieses stillen Ortes am Rande von Hamm in photographischen Streifzügen entdeckt und in Bildern eingefangen habe, sondern auch Petra Moser und Christel Bock.“ Annette Röcher schloss sich dem Trio an; Charlene Hundhausen komplettiert den Reigen der Aussteller.

 

Vor 74 Jahren verlor Hamm in der sogenannten „Reichskristallnacht“ mit jüdischen Mitbürgern auch einen Teil seiner Geschichte. Heute erinnern ein Mahnmal und die Reste einer Mikwe auf dem Synagogenplatz, verschiedene Exponate im Kulturhaus sowie der jüdische Friedhof an die ehemalige jüdische Gemeinde Hamm und ihre Gläubigen.

 

Die zum Teil bemoosten Grabsteine auf dem Judenfriedhof stemmen sich gegen Zahlreiche Gespräche entwickelten sich bei der Ausstellungseröffnung.das Vergessen. Die Grabsteine zeugen davon, dass in Hamm ein Zentrum des jüdischen Glaubens war. Es sind Gräber von damaligen jüdischen Mitbürgern. Sechsundzwanzig Mitbürger wurden in der Pogromnacht bei Nacht und Nebel zusammengetrieben und verschleppt. Bei der Eröffnung der Ausstellung im Hammer KulturHaus beschreibt Volker Niederhöfer diese Mitbürger nicht als Juden, „es waren 26 Hammer Bürger, deutsche Bürger jüdischen Glaubens.“ Die Ausstellung sei ein Versuch sich dem versteckten Ort, dem jüdischen Friedhof, auf ästhetische Art und Weise zu nähern. Mit Gedichttexten ging Niederhöfer auf den Davidstern, die Mikwe und Steine ein.

 


Gras wuchs über den zerstörten jüdischen Friedhof
Nichts sollte nach dem Willen der Hakenkreuzschergen an die jüdischen Menschen erinnern. Die Hammer Synagoge brannte am 9. November 1938 nieder und auch der jüdische Friedhof wurde zerstört. Die nationalsozialistischen Diener schlugen auf die Gräber der jüdischen Mitbürger ein. Die Vorhämmer fuhren auf die Grabplatten nieder, zertrümmerten die marmornen Inschriften der Grabsteine und brachten sogar die Grabeinfassungen zum Bersten. Das einzige, das diese Grabstätten von denen anderer Friedhöfe unterschied, war ein Symbol: der Davidstern. Teile der Grabstätten wurden umher geschleudert, teilweise einen Abhang hinunter.

Volker Niederhöfer ging in besonderen Texten auf den Davidstern, die Mikwe und Steine ein. Mit der Zeit wuchs 'Gras' über den zerstörten jüdischen Friedhof. Nach Kriegsende ließ die Militärregierung der Aliierten die Ruhestätte notdürftig wieder herzustellen. Natürlich wusste niemand mehr genau, welche Grabsteine zu welchen Grabstätten gehörten. In diesem Zustand blieb der Judenfriedhof dann viele Jahre liegen, bis engagierte Bürger die Pflege des Friedhofes übernahmen.


Auf dem Friedhof fanden über einhundert jüdische Mitbürger ihre letzte Ruhestätte, darunter auch Juden aus Wissen und den umliegenden Ortschaften. Zur Hammer jüdischen Gemeinde gehörten auch Mitglieder aus Rosbach und Dattenfeld, die bei Beerdigungen anstrengende Wege zum Hammer Friedhof zurückzulegen hatten. Die Beerdigungen fanden dann ihr jähes Ende; nach dem November-Pogrom gab es auf dem jüdischen Friedhof keine mehr. Heute ist dieser eine Stätte der Erinnerung und Mahnung zugleich, dass sich eine solche Gewalt verbunden mit Fremdenhass nicht wiederholt.

 

Text und Fotos: Rolf-Dieter Rötzel

 

 

 „Viele Leute aus Hamm und Umgebung, die noch nicht auf dem jüdischen Friedhof waren, sollten einmal hingehen.“ Volker Niederhöfer bei der Ausstellungseröffnung

 

Öffnungszeiten
Montags bis donnerstags von 08.30 Uhr bis 12.00 Uhr, 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr; freitags von 08.30 Uhr bis 12.00 Uhr; Sonntag, 18. November, von 14.00 bis 16.00 Uhr, sowie nach Vereinbarung unter 02682-969789.

 

 

Gedichte von Volker Niederhöfer zur Ausstellung über den jüdischen Friedhof in Hamm (Sieg)

 

Mein Stein, so klein
Bist nur ein Stein. Ein Stein, so klein, Stein, so klein. Und wenn dann meine Zeit kommt, gekommen ist, da ich dann zu Erde verfalle, vergangen sein werde, zu Erde, zu Staub, heimkehre zur bergenden Mutter ins Vaterland, wüsste ich gerne einen über mir, wie dich. Wächter. Als Freund, als steinernes Schutzschild und als Mahnung. Erinnerungszeichen: mein kleiner Stein, ein kleiner, bemooster, jüdischer Freund.

 

Davids Stern
Aufstieg, Abstieg, Morgenröte oder Abendrot? Aufgang, Untergang, Morgen- oder schon Abendstern? Ewiger Kreislauf im Weltenrad. Klagelieder, angestimmt an den Ufern von Babylon. Und letzter Schrei von der Feste Massada. Im Wald ohne Buchen und auf birkenloser Au zu blutigem Schweifstern geschunden. Davids Stern: Leuchte! Leuchte Warnung, leuchte Hoffnung.

 

Mikwe
Unscheinbares Rechteck im Würfel von Glas und Stein. Grundfläche, freigelegt, sichtbar gemacht, aus bergender Tiefe aufgetaucht, ans Licht gebracht: Urgrund. Nur der Boden noch, eine letzte Stufe, ein Tritt. Wo ist der Fuß, nackt schaudernd in Wassers Kühle? Wo der Scheitel, der  taucht unter rein machendes Nass?

 

 
 
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