Ausstellung mit Radierungen des vielseitigen und renommierten österreichischen Künstlers Alfred Hrdlicka im KulturHaus eröffnet

Werke der großen Künstler Dali, Max Ernst und Chagall standen bereits im Fokus von Ausstellungen im KulturHaus. Nun reiht sich der österreichische Bildhauer und Grafiker Alfred Hrdlicka mit 48 Radierungen zur 1848er Revolution ein, die in einem vierteljährlichen Ausstellungszyklus mit jeweils 12 Zeichnungen präsentiert und am Sonntagnachmittag mit einer Vernissage in Anwesenheit der Schirmherrin MdB Sabine Bätzing-Lichtenthäler eröffnet wurde.

 

Volker Niederhöfer (4.v.l.) und Schirmherrin MdB Sabine Bätzing-Lichtenthäler (rechts) eröffneten die Hrdlicka-Ausstellung am Sonntagnachmittag im KulturHaus in Hamm.HrdlickasWerke gehen von expressiv-realistischen Steinskulpturen, Zeichnungen über Radierungen, Gemälden und Fresken bis hin zu Bühnenbildern. Behandelt wurden dabei Themen, wie Gewalt, Sexualität und psychische Grenzsituationen. Der als ernst, verantwortungsbewusst und politisch denkend charakterisierte Künstler schuf außerdem Plastiken und Monumente, die häufig zu öffentlichen Kontroversen führten. Darunter sein Gegendenkmal zu einem Kriegerdenkmal in Hamburg oder das Mahnmal gegen Krieg und Faschismus in Wien.In seinen Vernissage-Ausführungen ging Volker Niederhöfer auf den vielseitigen und renommierten österreichischen Künstler ein, der zum 150-ten Jahrestag der 1848iger bürgerlichen Revolutionen in Paris, Berlin, Wien, Budapest und vielen anderen europäischen Zentren im Jahre 1999 seinen wohl größten Zyklus von 48 Radierungen schuf. Diese thematisieren Personen, Orte und Ereignisse. Alfred Hrdlicka setzt sich dabei grundsätzlich nicht mit den Zielen der Revolutionäre und Forderungen nach Demokratie und Grundrechten auseinander, sondern konzentriert sich vielmehr auf die Folgen revolutionärer Bestrebungen als überzeitliches Phänomen. In seinen Radierungen schildert er oft Waffenkämpfe, Hinrichtungen und Vergewaltigungen.

 

Die Radierungsfolge erschien in einer relativ geringen Auflage mit 70 Exemplaren in einer aufwendigen Gestaltung bestehend aus einer Grafikmappe  sowie mit Texten von Peter Stichrovsky. Bei dem im KulturHaus aus einer privaten Sammlung offerierten Exemplar handelt es sich um die Nr. 29.

 

Der am 27. Februar 1928 in Wien geborene und in der österreichischen Hauptstadt 81-jährig verstorbeneDas kommunistische Manifest. Alfred Hrdlicka zählt zu den profiliertesten europäischen Künstlern. Bis zu seinem Tode bewahrte er seine Leidenschaft für Kunst und Skulpturen; Pläne für ein neues Werk auf dem Wiener Albertinaplatz konnte er nicht mehr verwirklichen. Selbst betitelte sich Hrdlicka als einen "Proletarier der Kunst" und einen "Steinzeitmenschen"; in Medien war oft die Rede von einem „sensiblen Berserker“. Die große Künstlerpersönlichkeit war kein bequemer Künstler, was vielleicht an seinen nicht immer unumstrittenen und teilweise provozierenden Werken lag. Zentrale Themen waren Krieg, Unterdrückung, Rebellion und Faschismus. Er stellte daraus resultierend verletzte, gequälte und geschundene Menschen dar, nahm somit Anteil an menschlichen Schicksalen.


Geöffnet ist die Ausstellung während der Bürozeiten der Touristikinformation.

 

Text und Fotos: Rolf-Dieter Rötzel

 

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Barrikadenbau.
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Begräbnis der Märzgefallenen.
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Die „Akademische Legion“.
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