Dorfwettbewerb Bitzen

Ortsgemeinde Bitzen startete erneut in der Sonderklasse im Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

 

ILogo von Bitzen m Dorfwettbewerb 2015 „Unser Dorf hat Zukunft“ hatte die Ortsgemeinde Bitzen die Kreiskommission Altenkirchen zu Gast. Nach dem Sieg in der Hauptklasse im Jahre 2009 und dem zweiten Platz im vergangenen Jahr in der Sonderklasse erfolgte nunmehr ein weiterer Start in der Sonderklasse. Die öffentliche Bekanntgabe der Kreissieger in der Hauptklasse (H) und der Sonderklasse (S) erfolgt am Montag, 18. Mai, 18.30 Uhr, im Haus Marienberge, Albert-Schmidt-Weg 1, 57581 Elkhausen (info: www.marienberge.de).


Die Bewertungskommission für den Landkreis Altenkirchen setzt sich aus dem Vorsitzenden Thomas Leue, Leiter „Abteilung Bau und Umwelt“ bei der Kreisverwaltung Altenkirchen, dem Architekten Hans-Georg Brass, der Geschäftsführerin des LandFrauenverbandes Altenkirchen, Anke Enders-Eitelberg, dem Ortsbürgermeister Helmut Kohl (Hirz-Maulsbach) als Kommunalvertreter sowie dem Landespfleger im Referat für Natur- und Umweltschutz des Kreises, Olaf Riesner-Seifert, zusammen. Alle sind Experten, die über eine jahrelange Erfahrung verfügen und immer offene „Ohren und Augen“ in den Dörfern des Landkreises Altenkirchen haben.
In der Sonderklasse starten diejenigen Teilnehmer, die als Gewinnerdörfer in der Hauptklasse bereits mindestens einmal am Gebietsentscheid für das nördliche Rheinland-Pfalz teilgenommen haben. In diesem Jahr ist das neben der Ortsgemeinde Bitzen weiterhin die Ortsgemeinde Wallmenroth.


Ziel des Wettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft", so die Ausschreibung des rheinland-pfälzischen Innenministeriums,  ist die Verbesserung der Zukunftsperspektiven in den Dörfern und die Steigerung der Lebensverhältnisse in den ländlichen Räumen. Die Dorfgemeinschaft und die einzelnen Dorfbewohner sind aufgerufen, aktiv an der Gestaltung des eigenen Dorfes und seiner Umgebung mitzuwirken. Der Wettbewerb soll mit dazu beitragen, das Verständnis der Dorfbevölkerung für ihre eigenen Einflussmöglichkeiten zu stärken und dadurch die bürgerschaftliche Mitwirkung zu intensivieren.

 
Förderung des bürgerschaftlichen Engagements
Der Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ist im Hinblick auf die demografischen und damit verbundenen strukturellen Veränderungen aktueller denn je. Eine Auseinandersetzung mit den Themen Leerstand von Gebäuden, Sicherung der Grundversorgung, Erarbeitung von Energiekonzepten oder eine kinder- und familienfreundliche Gestaltung des Wohnumfeldes muss in den Ortsgemeinden unter Beteiligung der Dorfgemeinschaft stattfinden, so die weitere Formulierung des Ministeriums. Der Dorf-Wettbewerb hat in seiner über 50jährigen Geschichte gezeigt, dass er Menschen auf dem Land motivieren kann, die Zukunft der Dörfer mitzubestimmen und sich bei der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Entwicklung des Dorfes zu engagieren.

 
Der Wettbewerb fördert darüber hinaus das bürgerschaftliche Engagement, die Mitwirkungsbereitschaft in Vereinen, Arbeitskreisen, Gruppen oder Organisationen die Verantwortung übernehmen und Ideen entwickeln. Alle in den Gemeinden Verantwortlichen sollen durch den Wettbewerb motiviert werden, die individuellen Ausgangsbedingungen – Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken – ihres Ortes zu bestimmen. Darauf aufbauend können Perspektiven für das Dorf gemeinschaftlich entwickelt und die Eigenkräfte gestärkt werden. Der Wettbewerb möchte Ortsgemeinden und Gemeindeteile, die auf diesem Gebiet vorbildliches leisten, anerkennen und herausstellen.

 
Zur Ermittlung der Teilnehmergemeinden am Bundesentscheid 2016 führt das Land Wettbewerbe jeweils dreistufig auf Kreis-, Gebiets- und Landesebene durch. Die Teilnahme am Bundesentscheid richtet sich nach der erreichten Gesamtpunktzahl. Die Siegergemeinden mit der höchsten Punktzahl werden für den Bundesentscheid weiter gemeldet.


In die Bewertung fließen verschiedene Kriterien ein. Mit bis zu 25 Punkten können „Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen“ und „Bürgerschaftliches Engagement, soziale und kulturelle Aktivitäten“ bewertet werden. „Baugestaltung und –entwicklung“ sowie „Grüngestaltung / Das Dorf in der Landschaft“ schlagen mit bis zu 20 Punkten zu Buche. Zusätzlich zu den vier Fachbewertungsbereichen können für den Gesamteindruck und das Engagement der Dorfgemeinschaft hinsichtlich Inhalt und Ziel des Wettbewerbes bis zu 10 Punkten vergeben werden.

Andreas Mohr erläutert den Neubau des Spielplatzes an der „Milchbude“.


Bei der Begrüßung an der „Milchbude“ in der Bitzener Dorfmitte gab Ortsbürgermeister Armin Weigel eine kurze Einführung auf das gemeindliche und dorfgemeinschaftliche Leben sowie einen Hinweis auf die Bewerbung zur Aufnahme in das „Leader-Programm“ des Landkreises Altenkirchen mit der Region „Naturraum Sieg / Oberer Westerwald“. Das Gerüst für die Entwicklung der Ortsgemeinde sei bereits im Dorferneuerungskonzept im Jahre 2009 gelegt worden. Ein wichtiger Faktor wäre, dass die Bürgerschaft frühzeitig in die Planungen und Gedankengänge mit einbezogen werde, um gemeinsame Ideen entwickeln und Erfahrungen sammeln zu können.


Beim Rundgang durch die Ortsgemeinde fand ein reger Erfahrungsaustausch statt, bei dem auch Tipps seitens der Kommission gegeben wurden. So zu dem im Bau befindlichen Spielplatz unmittelbar an der „Milchbude“, der von „jungen Ratsmitgliedern“ geplant und koordiniert wird. Die Übergabe ist für den 21. Juni geplant. Hinsichtlich des Spielplatzes wurde angeregt, den zur Straße hin vorhandenen Maschendrahtzaun von innen mit Strauchwerk einzugrünen.


„Bei euch stimmt die Richtung, macht weiter so“
Mit der Errichtung eines Teilstückes einer Gruben-Seilbahn an der Landesstraße 267 am Ortseingang Bitzen, von Oppertsau kommend, wurde die Bewertungskommission ebenfalls konfrontiert. Hier entsteht ein weiterer Zeitzeuge des ehemaligen heimischen Eisenerz-Bergbaus. Ortsbürgermeister Armin Weigel ging auf die Detailplanungen und die spätere Aufnahme des Standortes in den Themenwanderweg „Erzbergbau“ ein. Gedacht ist ferner daran, auch eine Stollenöffnung in unmittelbarer Nähe des Natursteigs „Sieg“, der positive Auswirkungen auf die Gemeinde ausstrahlt, vorzunehmen.


Jürgen Bewer referierte zum Waldfriedhof mit dem geschaffenen Andachtsplatz. Auch hier waren zahlreiche Eigenleistungen eingebracht worden. Ortsbürgermeister Armin Weigel und Heinz Otto Lück gaben einen Ausblick über das Neubaugebiet „Gassenfeld“ mit 21 ausgewiesenen Bauplätzen sowie über angedachte Möglichkeiten in der Energieversorgung mit der Bildung eines eventuellen energieautarkten Dorfabschnittes. Anschließend stellte Hans-Klaus Kapschak den Ortsteil Dünebusch, in dessen „Bergtreff“ der Vorsitzende der Kreiskommission, Baudirektor Thomas Leue, bei einem Mittags-Imbiss infolge der fortgeschrittenen Zeit nur ein kurzes Resümee gab, vor.


Leue sprach von einer tollen Exkursion durch Teile der Ortsgemeinde Bitzen, auf der man zahlreiche Begebenheiten erfahren habe, aber auch Ratschläge und Tipps weitergeben konnte. „Die Grundeinstimmung und die Grundideen waren uns ja bereits aus dem vergangenen Jahr bestens bekannt.“ Trotzdem sei es gelungen, diese innerhalb eines Jahres mit weiteren Bau- und Mosaiksteinen noch weiter zu toppen und zu besonderen Highlights zu machen. Man gebe sich mit dem Geleisteten nicht zufrieden und wolle immer noch einen weiteren Schritt hinzufügen. „Bei euch stimmt die Richtung, macht weiter so“, so Leue abschließend. 

 
 
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