Ökumene stand im Fokus beim 16. gemeinsamen Neujahrsempfang in Hamm (Sieg)

Beim 16. gemeinsamen Neujahrsempfang der evangelischen Kirche, der katholischen Kirche und der Verbandsgemeinde Hamm setzte Dr. Dr. Friedrich Kronenberg mit seinen Ausführungen zur „Ökumene“, „Christliches Engagement in der Gesellschaft“ und „Zukunft“ zentrale Aspekte. Er fand von Anfang an das offene Wort und ging in einem weiten Spektrum auf vielseitige Betrachtungsweisen und jahrzehntelange Erfahrungen seiner Gedankenwerkstatt ein.

 

Gestalteten den 16. Neujahrsempfang in Hamm. Bürgermeister Rainer Buttstedt, Pfarrer Bruno Nebel, Referent Dr. Dr. Friedrich Kronenberg und Pfarrer Prof. Dr. Dr. Michael Klein, im Bild von links.In Hamm ist es zur Tradition geworden, das neue Jahr im Zeichen der Gemeinsamkeit und der Gemeinschaft zu beginnen. Zum Neujahrsempfang hatten Pfarrer Prof. Dr. Dr. Michael Klein als Vorsitzender des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Hamm, Pfarrer Bruno Nebel als Vorsitzender des Kirchenvorstandes der katholischen Kirchengemeinde Hamm sowie Bürgermeister Rainer Buttstedt für die Verbandsgemeinde Hamm ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus eingeladen, um den in den vergangenen Jahren mit und unter den Vereinen, Kommunalpolitiker, Verbänden, Institutionen, Vertretern aus Handel und Gewerbe begonnenen zukunftsweisenden Dialog fortzuführen. Vorausgegangen war ein ökumenischer Gottesdienst in der katholischen Kirche „St. Joseph“. Die dortige Kollekte kommt dem Maximilian-Kolbe-Werk zugute, wofür sich der Referent herzlich bedankte.

Die IGS-Hamm-Combo begeisterte mit drei Musikstücken.
Im Dietrich-Bonhoeffer-Haus hieß eine IGS-Hamm-Combo unter Leitung von Peter Krämer die Gäste mit „Choral und Allegro“ willkommen  und führte anschließend erfrischend mit zwei weiteren Musikstücken durch das Programm. In seiner Begrüßung ging Hausherr Pfarrer Prof. Dr. Dr. Michael Klein auf die Tradition der Neujahrsempfänge im Raiffeisengeburtsort ein, um dann das Mikrofon dem kirchlich und politisch weit „gereisten“ fast achtzigjährigen  Dr. Dr. Friedrich Kronenberg zu übergeben.


  

Evangelische und katholische Christen verbindet mehr als sie trennt
Nach dem Studium der Wirtschaft– und Sozialwissenschaft an der Universität Münster und während des

Der Referent beleuchtete drei Themen beim 16. Neujahrsempfang in Hamm.wirtschaftswissenschaftlichen Doktorexamen war Kronenberg wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Professor Dr. Joseph Höffner, dem späteren Kardinal von Köln. Als hauptamtlicher Leiter der Deutschen Pfadfinder St. Georg und einer kurzen Zeit als Mitarbeiter im Bundesministerium für Familie und Jugend  wurde der Referent für die Zeit von 1966 bis 1999 zum Generalsekretär  des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gewählt. Von 1983 bis 1990 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und von 1982 bis 2003 Vorsitzender der Kommission für Zeitgeschichte. Seine Veröffentlichungen werden überaus gerne gelesen.


Die Ökumene betrachtend sprach der Referent die Ereignisse des zweiten vatikanischen Konzils vor fünfzig Jahren und die Reformation vor 500 Jahren an. Der zentrale Ökumene-Aufruf sei ein notwendiger Versuch gewesen, dieser hätte jedoch nicht zur Kirchenspaltung führen müssen. „Heute sind die Gründe entfallen; evangelische und katholische Christen verbindet mehr als sie trennt. Alle sind aufgerufen, wechselseitig an der Zusammenführung mitzuarbeiten.“


Wichtig sei, die entwicklungsgeschichtlichen Ursachen zu erforschen. So hätte Martin Luther die Kirche erneuern und nicht spalten wollen. „Doch dann ist es doch zur  Kirchentrennung gekommen. Es gab gravierende Differenzen und Missverständnisse“, so Kronenberg, „aber die Spaltung hatte nicht nur theologische, sondern auch politische Gründe. Für die dauerhafte Trennung der Kirchen wurden dann Machtfragen auf die gleiche Höhe wie Glaubensfragen gehoben.“ Heute sei die Kirchenspaltung politisch weder gewollt noch begründet, vielmehr verlange das politische Handeln der Christen ein gemeinsames Handeln.

 

Gemeinsames Handeln der Christen
Der christliche Weltauftrag könne nur gemeinsam geleistet werden: vor Ort, im eigenen Land, in Europa und in der Welt. „Wir müssen gemeinsam ökumenisch vorangehen.“ Die Einheit sei ein göttliches Geschenk. Doch erspare dies den Christen nicht die Anstrengung, an sich selbst zu arbeiten, damit sie dieses Geschenk entgegennehmen können. Man könne nicht Christ sein, ohne für den anderen da zu sein.

 

„Wie nimmt das ökumenische Handeln engagierter Christen für eine Politik aus christlicher Verantwortung Gestalt an“, fragte Kronenberg. Hierzu gäbe es viele Beispiele, wie der christliche Weltauftrag, die Diakonie in Staat und Gesellschaft wahrgenommen werden könne. Die christliche Gesellschaftslehre, die die Orientierung am christlichen Menschenbild konkretisierte, sei auch ein guter Kompass für das politische Engagement. Sie verpflichte und eröffne gleichzeitig die Chance, in der Gesellschaft einen politischen Dialog über das Bild vom Menschen zu führen.


Angesichts der geopolitischen Neben einem Hammer Silberbarren überreichte Bürgermeister Rainer Buttstedt auch einen guten Tropfen an den Redner. Herausfor-derungen der Gegenwart und der absehbaren Zukunft genüge es nicht, dass sich die Christen in ihren jeweiligen Ländern zusammentun, um sich diesen Herausforderungen zu stellen. „Sie müssen sich über ihre nationalen Grenzen hinweg in Europa zusammentun, um ihrer globalen Rolle und ihrer Verpflichtung zum weltweiten Dienst am Menschen nachkommen zu können.“ Gemeinsame Anstrengungen aller Christen in Europa wären dringend geboten.


In seinem Dankeswort an Dr. Dr. Friedrich Kronenberg bekundete Bürgermeister Rainer Buttstedt, dass man heute in einer Zeit gesellschaftlicher Veränderungen lebe. „Eine solche hat keine Generation vor uns mitgemacht.“ Deshalb sei es wichtig, christliche Werte ins weltliche zu transferieren, zusammen zu stehen und sich einig zu sein.

 

Text- und Fotos: Rolf-Dieter Rötzel

 
 
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