In der Hochwasserpartnerschaft „Mittlere Sieg“ wurde eine positive Zwischenbilanz vorgestellt und diskutiert

Hochwasserrisiken gemeinsam meistern, unter diesem Leitgedanken gehen rheinland-pfälzische und nordrhein-westfälische Kommunen sowie ein Wasserverband an der „Mittleren Sieg“ seit zwei Jahren länderübergreifend einen gemeinsamen und zukunftsweisenden Weg. Nach insgesamt acht Workshops zu verschiedenen Sachthemen mit umfangreichen Beratungen und Diskussionen wurden die Ergebnisse als Zwischenbilanz im KulturHaus Hamm vorgestellt und diskutiert.

 


Einzugsbereich der Hochwasserpartnerschaft „Mittlere Sieg“.


Die vierzig Anwesenden waren sich einig, dass ein erster wichtiger Schritt getätigt wurde und das man mit dem bisher Erreichten vollauf zufrieden sein kann. Der Themenbereich soll in weiteren Symposien weiter entwickelt und ausgebaut werden.

Zur Umsetzung der EG-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie im Einzugsgebiet der Sieg verständigten sich die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf eine länderübergreifende Zusammenarbeit. Eine eigens hierfür eingerichtete Arbeitsgruppe hatte festgelegt, dass auf der Grundlage der „LAWA-Empfehlungen zur Aufstellung von Hochwasserrisikomanagementplänen“ zunächst für die „Mittlere Sieg“ ein Hochwasserrisikomanagement(teil)plan aufgestellt werden soll. In nächsten Schritten sollen solche auch für die Bereiche der „oberen“ und der „unteren“ Sieg erarbeitet werden. Bekanntermaßen tritt die Sieg in unregelmäßigen Abständen über die Ufer und richtet dabei immer wieder Schäden an.


Der Bereich der „Mittleren Sieg“ umfasst - in Fließrichtung blickend - die Verbandsgemeinden Wissen/Sieg und Hamm (Sieg), die Gemeinden Morsbach, Windeck und Eitorf. Beteiligt sind ferner der Landkreis Altenkirchen, der Oberbergische Kreis, der Rhein-Sieg-Kreis sowie der Wasserverband „Rhein-Sieg-Kreis“.

 

Jetzt vorsorgen, um für den Ernstfall gerüstet zu sein

 

Die Hochwasserpartnerschaft „Mittlere Sieg“ war nicht die erste in Rheinland-Pfalz. Erfahrungen auf diesem Gebiet gab es zuvor bereits in anderen Regionen, so zum Beispiel in der Vorderpfalz, an der Nahe und am Mittelrhein. Hochwasserpartnerschaften entstehen an hochwassergefährdeten Gewässern und ihren Einzugsgebieten auf Initiative der Kommunen, um Erfahrungen auszutauschen und bei der Hochwasservorsorge zusammenzuarbeiten. Alle örtlichen Möglichkeiten zur Verbesserung der Hochwasservorsorge werden workshopmäßig erarbeitet und fließen dann in einen Hochwasserrisikomanagementplan ein, der in der Folge angewendet wird. Die Federführung obliegt der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz.

Zur inhaltlichen und organisatorischen Unterstützung der Arbeit der Hochwasserpartner­schaften gründete sich im Jahre 2009 das Informations- und Beratungszentrum Hochwasser­vorsorge (IBH) beim Gemeinde- und Städtebund in Mainz. Weiter beteiligt sind die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord und auf nordrhein-westfälischer Seite die Bezirksregierung Köln.


Am 13. Januar 2012 wurde die Hochwasserpartnerschaft „Mittlere Sieg“ offiziell von den Staatssekretären Dr. Thomas Griese (Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz) und Udo Paschedag (Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen) mit den im Ein­zugsgebiet der mittleren Sieg gelegenen Kommunen in Anwesenheit von Vertretern der kommunalen Gremien, Verwaltungsmitarbeitern, des Informations- und Beratungszentrums Hochwasservorsorge beim Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz, des Naturschutzes, der Land- und Forstwirtschaft, des Katastrophen­schutzes, verschiedener Hilfsorganisationen, der Fischereigenossen­schaf­ten, der Wasser­verbände sowie Bach­paten auf freiwilliger Basis besiegelt. Vertreter dieser Institutionen und Kommunen waren auch beim jetzigen ersten Resümeebericht im Hammer KulturHaus anwesend.


Das die Planung begleitende Fachbüro Fugro Consult aus Braunschweig hatte hierzu alle Anregungen und Maßnahmenvorschläge zusammengefasst und einen im Entwurfscharakter befindlichen Abschlussbericht vorgelegt. Dieser soll nach Aufnahme von weiteren Anregungen und Änderungswünschen in den Hochwasserrisikomanagement(teil)plan einfließen. An die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen ist in den kommenden Jahren gedacht.


Bürgermeister Rainer Buttstedt zog nach seiner Begrüßung eine kurze Bilanz über die bisher in zwei Jahren erarbeiteten und zusammengetragenen Erkenntnisse. Zuvor fragte er: „Wer kommt bei einem so tollen frühlingshaften Wetter auf die Idee, über Hochwasser zu sprechen?“, um dann im gleichen Satz zu antworten, dass man frühzeitig vorsorgen müsse, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Jede Region könne von einem Hochwasser  unterschiedlich tangiert werden. Der Bürgermeister brachte seine Freude zum Ausdruck, dass gemeinsame Strategien länderübergreifend entwickelt wurden, „und nicht jeder für sich selbst plant.“

In seinen weiteren Ausführungen ging Buttstedt auf die Grundsätze der Hochwasserpartner­schaft „Mittlere Sieg“, Hochwasserrisiken und was man vorsorgend vor Hochwasser tun kann, ein. Er nannte dabei Zielsetzungen, Maßnahmen und die entsprechenden Träger.

 

Auf allen Ebenen gegen das „Vergessen“ arbeiten

 

Auswirkungen eines Sieg-Hochwassers; für die Sportanlage der Ortsgemeinde Fürthen wird „Land unter“ gemeldet.Im Anschluss gingen die Vertreter der beteiligten Kommunen in Statements aus ihrer Sicht auf die bisher erzielten Ergebnisse ein. Die Gemeinde Morsbach, so Uwe Hombach, könne man sicherlich dabei nicht mit dem Einzugsbereich der Sieg vergleichen; dennoch sei es auch für die in der oberbergischen Gemeinde betroffenen 180 Bürger wichtig, entsprechende Vorsorge zu treffen. So wurde auch ein entsprechender Flyer aufgelegt.

Uwe Hennig von der Verbandsgemeinde Wissen zeigte sich ebenfalls erfreut über den Meinungsaustausch unter den Kommunen und die damit verbundene gemeinsame Kooperation. Hierdurch könne man gezielte Maßnahmen in die Wege leiten und Vorsorge treffen.


Von zwei im Bereich der Gemeinde Fürthen befindlichen Knackpunkten sprach Petra Hensch (Verbandsgemeinde Hamm) und meinte damit die durch die Brückenbauwerke hervorgerufenen Engstellen, die immer wieder zu Problemen führen. Weiter stellte sie den von der Hammer Verwaltung aufgestellten Hochwasser-Alarmplan vor und teilte mit, dass sich die Einwohner in Opsen und Fürthen auf Grund von jahrelangen Erfahrungen stets frühzeitig auf ein Hochwasser einstellen und diesbezügliche Vorbereitungen treffen. Zur weiteren Hilfestellung kämen auch die Freiwillige Feuerwehr Hamm sowie in besonderen Fällen die DLRG-Ortsgruppe Hamm zum Einsatz. Der Alarmplan enthält eine „Meldekette“ vom Hochwassermeldezentrum über die Kreisverwaltung Altenkirchen sowie die Verbandsgemeinde Hamm bis hinunter zur Feuerwehr, den betreffenden Ortsgemeinden, den Bauhof der VG Hamm und die DLRG.


Dr. Richard Grothus (Gemeinde Windeck) bedankte sich, dass immer wieder mit „sanften Druck“ an die Erledigung der in den Workshops aufgegebenen Hausaufgaben erinnert wurde, „denn nur so war es möglich, neben dem verwaltungsmäßigen Alltag diesen für die Kommunen und die Bevölkerung überaus wichtigen Aufgabenkatalog „Hochwasser“ abzuarbeiten.“ Froh zeigte er sich weiter, dass der Hochwasser-Meldedienst länderübergreifend optimiert wird.

Sehr positiv bewertete Beigeordneter Karl-Heinz Sterzenbach (Gemeinde Eitorf) die Aufstellung des Hochwasserplanes, „dadurch sind wir uns alle ein Stück näher gekommen. Schließlich leben wir alle an der gleichen Sieg und sollten deshalb auch gemeinsam Vorsorgen für Hochwasser treffen.“

 

Nach einem kurzen Statement von Martina Hirschberg (Wasserverband Rhein-Sieg-Kreis) hielt Birgit Heinz-Fischer (ibh/Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz) einen Ausblick auf das weitere Vorgehen in der Hochwasserpartnerschaft „Mittlere Sieg“. Sie schlug vor, einmal im Jahr ein Symposium abzuhalten, um weitere Erfahrungswerte aktuell aufnehmen sowie den Themenbereich weiter entwickeln und ausweiten zu können. Wichtig sei, auf allen Ebenen gegen das „Vergessen“ zu arbeiten.  Der Vorschlag wurde sofort umgesetzt und die nächste Besprechung für den Herbst in die Gemeinde Windeck terminiert.


In einer allgemeinen Aussprache wurde überaus positiv aufgenommen, dass neben den bisherigen Pegelmessstellen in Weidenau und Betzdorf ein weiterer Pegel unterhalb der Nistermündung eingerichtet wird. Die Finanzierung ist gesichert; lediglich der Vertrag ist noch zu unterzeichnen. Hochwassergefahrenkarten  stehen im Internet unter www.hochwassermanagement.rlp.de und www.flussgebiete.nrw.de zur Verfügung. Rolf-Dieter Rötzel


Zogen nach zweijähriger Arbeit eine Zwischenbilanz zur länderübergreifenden Hochwasserpartnerschaft „Mittlere Sieg“. Im Bild von links: Uwe Hennig (VG Wissen), Petra Hensch (VG Hamm), Uwe Hombach (Gemeinde Morsbach), Bürgermeister Rainer Buttstedt, Dr. Richard Grothus (Gemeinde Windeck), Karl-Heinz Sterzenbach (Gemeinde Eitorf), Martina Hirschberg (Wasserverband Rhein-Sieg-Kreis) und Birgit Heinz-Fischer (Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz). Fotos: Rolf-Dieter Rötzel


 
 
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