„Raiffeisen trifft Musik“

Musik aus dem 20. Jahrhundert für einen Mann aus dem 19. Jahrhundert

Wie stand Raiffeisen zu Musik? Diese Frage beantwortete das Konzert „Raiffeisen trifft Musik“ im Rahmen einer weiteren Hammer Gedenkveranstaltung zum diesjährigen 125. Todestag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Veranstalter waren die Integrierte Gesamtschule Hamm und die Heimatfreunde im Hammer Land mit Unterstützung der Volksbank Hamm. Die Gesamtleitung hatte Peter Krämer.

 

Die IGS-Big-Band in Aktion mit Peter Krämer.

Im Fokus des besonderen Events standen Musik der IGS-Big-Band und der Raiffeisenmusikanten, Moderationen von Klaus Thiesbonenkamp und von der Theatergruppe „Lampenfieber“ initiierte Szenen aus dem Leben des in Hamm an der Sieg geborenen Begründers des ländlichen Genossenschafts-wesens.

 

Wohl die meisten der Anwesenden in der Raiffeisenhalle dachten, wie kann man das moderne musikalische Repertoire der IGS-Big-Band mit Rock, Pop bis hin zum Jazz in einen musischen Einklang mit Friedrich Wilhelm Raiffeisen bringen. Man kann, wenn dies auch teilweise schwierig war.

 

Klaus Thiesbonenkamp, Vorsitzender der Hammer Heimatfreunde, ging auf Friedrich Wilhelm Raiffeisen ein.Der Vorsitzende der Hammer Heimatfreunde Klaus Thiesbonenkamp stellte zu fast allen von der Big-Band (Leitung: Peter Krämer und Andreas Klein) dargebotenen Musikstücken eine Verbindung zu dem großen Sohn des Westerwaldes her.

 

Thiesbonenkamp stellte die Frage: „Wie hat Raiffeisen Musik verstanden und diese genossen“? Aus Überlieferungen und Dokumenten ergäben sich nur wenige Hinweise. Bekannt sei, dass im Hause Raiffeisen in Hamm die Hausmusik gepflegt wurde. Auf der heute noch im Deutschen Raiffeisenmuseum vorhandenen Heimorgel habe jedoch nicht er, sondern Tochter Amalie gespielt.

 

Der Moderator ging auf Raiffeisens Jugend ein, vor allem während dessen Aufenthalt in Koblenz und der dortigen Ausbildung an der Inspektionsschule zum Oberfeuerwerker. Hier lernte er den Gymnasiasten Albrecht Schöler kennen, bildete mit weiteren jungen Männern und Frauen den Freundeskreis „Euterpia“ (benannt nach Euterpe, die griechische Muse für lyrische Dichtung) und erhielt den Beinamen „Miles“.

 

Von Raiffeisen liegen nach heutigen Erkenntnissen keine Berichte über den spätromantischen Freundesbund „Euterpia“, dessen Zentrum in Winningen/Mosel war, vor. Albrecht Schöler berichtet in seinem Tagebuch von Ausflügen, Bier- und Weingelagen, Wanderungen, Schäkereien mit Mädchen und das Lieder gesungen wurden. Raiffeisen lernte hier auch seine erste Frau Emilie Stork kennen. „Miles war der Zeremonienmeister in der ganzen Glorie seiner Lustigkeit“, so ein Tagebucheintrag.

 

Die Raiffeisenmusikanten, im Bild ein Teil, spielten Egerländer- und Oberkrainermusik.Den Konzert-Auftakt gestaltete die Big-Band mit „Bag’s Groove“, „Gimme, gimme some lovin“ und „I will follow him“ und Thiesbonenkamp mit Schölers Tagebucheintag „...über die Liebe geredet. Miles (Raiffeisen), der selige Bräutigam ist mit seiner blühenden liebenswürdigen Braut hier, Gäste für seinen Hochzeitstag zu werben.“

 

Keinen musischen Übergang zu Raiffeisen hatte Thiesbonenkamp bei Michael Jacksons „Thriller“ und All Jarreaus „Boogie down“ gefunden; dafür jedoch beim schon eher ins konservative Weltbild Raiffeisens passende „Stand by me“ (Ron E. King) und Chuck Rios “Tequilla“, schließlich versuchte Raiffeisen sich in späten Jahren auch als Weinhändler.

 

Der fast erblindete Raiffeisen diktiert seiner Tochter Amalie.Raiffeisen konnte auch stur sein. Er verbot seiner Tochter Amalie zu heiraten, damit diese immer für ihn da sein und auf Grund seines Augenleidens schreiben konnte. „Iron Man“ von Black Sabbath war hierzu der Titel. „Die Welt verbessern. Bringe mich zum Lachen. Ich träume einen Traum“, die verbindenden Worte zu „Make me smile“ und „I dreamed a Dream“.  Mit der Zugabe „Smoke on the Water“ beendete die Big Band ihr Konzert.

 

Die Raiffeisen-Musikanten unter Leitung von Peter Krämer huldigten zünftiger  Egerländer- und Oberkrainermusik; wer weiß, ob Raiffeisen zu den Polkas in einer Weinstube nicht ein Tänzchen aufs Parkett gelegt hätte.

 

Zum Abschluss führte die Theatergruppe „Lampenfieber“ in einer Zeitreise um 150 Jahre zurück verschiedene Szenen aus dem Leben und Wirken Raiffeisens auf.  Dargestellt wurden Raiffeisens Anfänge in Weyerbusch bei der Bekämpfung der Hungersnot und der Gründung des „Brodvereins“ 1846/47, seine Hilfe für die von Wucherern finanziell ausgebeuteten Bauern im Bereich Flammersfeld, die Planung und der Bau der historischen Raiffeisenstraße sowie seine Arbeit in Heddersdorf, wo die Konzeption der Darlehenskassen und Genossenschaften erfolgte.

Auch Andreas Klein zeigte sich zufrieden mit den Leistungen der jungen Musiker der Big-Band.Die gelungene Veranstaltung mit Musik, Texten und Theater, mit dem die Anwesenden den Genossenschaftsbegründer Raiffeisen weiter kennen lernten, beobachte dieser aus einem aus vierzig Elementen (jeweils 70 mal 70 Zentimeter) von Kai Niederhausen, Volker Niederhöfer und dem IGS-Leistungskurs 12 erstellten und zusammengesetzten Portrait von der Bühnen-Stirnseite. Auch Raiffeisen hätte sicherlich mit den Anwesenden verdienter-maßen applaudiert. 

 

Zum Abschluss intonierten die Anwesenden unter musikalischer Begleitung der Big-Band und der Raiffeisen-Musikanten das neue Westerwaldlied.

 

Text und Fotos: Rolf-Dieter Rötzel

 

Eingeleitet worden war das musikalische Hammer IGS-Wochenende einen Tag zuvor mit einem abwechslungsreichen Konzert der 5. IGS-Klassenstufe (Leitung: Peter Krämer) und der 6. IGS-Klassenstufe (Leitung: Andreas Klein). Eine Spendenaktion für den verunglückten Janosch Seelbach (Eichelhardt) ergab einen Betrag von 1.200 Euro.

 

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Der neue Lampenfieber-Chor beim Westerwald-Lied.
Der neue Lampenfieber-Chor beim Westerwald-Lied.
Der neue Lampenfieber-Chor beim Westerwald-Lied.
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Die Theatergruppe „Lampenfieber“ inszenierte Begebenheiten aus Raiffeisens Leben.
Die Theatergruppe „Lampenfieber“ inszenierte Begebenheiten aus Raiffeisens Leben.
Die Theatergruppe „Lampenfieber“ inszenierte Begebenheiten aus Raiffeisens Leben.
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Friedrich Wilhelm Raiffeisen sammelt Geld bei Wohlhabenden im Dorf und gründet den Weyerbuscher Brodverein.
Friedrich Wilhelm Raiffeisen sammelt Geld bei Wohlhabenden im Dorf und gründet den Weyerbuscher Brodverein.
Friedrich Wilhelm Raiffeisen sammelt Geld bei Wohlhabenden im Dorf und gründet den Weyerbuscher Brodverein.
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Großer Schlussakkord.
Großer Schlussakkord.
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„Kenner äst langsaam, me han keen Brod meer“, sagt die Mutter zu ihren Kindern.
„Kenner äst langsaam, me han keen Brod meer“, sagt die Mutter zu ihren Kindern.
„Kenner äst langsaam, me han keen Brod meer“, sagt die Mutter zu ihren Kindern.
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Raiffeisens Todestag jährte sich in diesem Jahr zum 125. Mal.
Raiffeisens Todestag jährte sich in diesem Jahr zum 125. Mal.
Raiffeisens Todestag jährte sich in diesem Jahr zum 125. Mal.
 
 
 
 
 
   
   
 
 
 

  • Der neue Lampenfieber-Chor beim Westerwald-Lied.

  • Die Theatergruppe „Lampenfieber“ inszenierte Begebenheiten aus Raiffeisens Leben.

  • Friedrich Wilhelm Raiffeisen sammelt Geld bei Wohlhabenden im Dorf und gründet den Weyerbuscher Brodverein.

  • Großer Schlussakkord.

  • „Kenner äst langsaam, me han keen Brod meer“, sagt die Mutter zu ihren Kindern.

  • Raiffeisens Todestag jährte sich in diesem Jahr zum 125. Mal.
 
 
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