Wenn Bürger ihr Umfeld selbst gestalten

Veranstaltung in Hamm beleuchtete Beispiele und Möglichkeiten von Bürgergenossenschaften

 

Vor 200 Jahre wurde Friedrich Wilhelm Raiffeisen geboren, und das Jubiläum ist für viele ein Anlass, über die Bedeutung seiner Arbeit für die heutige Zeit nachzudenken. Was kann die Genossenschaftsidee in einer alternden Gesellschaft bedeuten? Dieser Frage ging ein Symposium im Kulturhaus Hamm (Sieg) nach. Die Veranstaltung des rheinland-pfälzischen Sozialministeriums und der ISB in Kooperation mit Orts- und Verbandsgemeinde fand überregionales Interesse.

Die Stühle im Kulturhaus Hamm reichten kaum aus, die Interessierten waren aus dem gesamten Kreis Altenkirchen gekommen sowie aus Ortschaften entlang der Raiffeisenstraße bis nach Neuwied. Frühe Gäste hatten die Möglichkeit, zunächst die Raiffeisenausstellung auf der Galerie zu besichtigen und sich an Stellwänden über ihn und das Genossenschaftswesen zu informieren.

Zum Thema „Bürgergenossenschaften für Hilfsnetzwerke und neue Wohnformen“ – so der Titel der Veranstaltung – wurden Praxisbeispiele aus dem Land vorgestellt, allgemein führten Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Josef Zolk von der Deutschen Raiffeisen-Gesellschaft in das Thema ein.

Die Begrüßung oblag Bürgermeister Dietmar Henrich, der einen Bogen schlug zwischen Raiffeisen, dem demografischen Wandel und dem Wunsch vieler Bürger, eingebunden zu werden. Er bezeichnete die Gründer von Genossenschaften als diejenigen, die nicht nur „Man müsste mal…“ sagen und dann auf Kommune, Verein oder Nachbarschaft warten, sondern sich etwas ausdenken und tatsächlich in Angriff nehmen.

Die Demografie wiederum bedinge geradezu, dass Bürger ihre Belange vermehrt selbst in die Hand nehmen. Denn ehrlicherweise müsse man zugeben: „Die Lösungen für eine hohe Lebensqualität in einer alternden Gesellschaft wird uns der Staat nicht auf dem Silbertablett servieren können.“

„Der Kooperationsgedanke Raiffeisens ist heute wichtiger denn je“, sagte Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Auch sie ging auf neue Aufgaben vor dem Hintergrund der älteren Gesellschaft ein. Immer wenn es darum gehe, zwar wirtschaftlich zu handeln, aber den monetären Gewinn nicht im Vordergrund zu sehen, bewähre sich die Rechtsform der Genossenschaft.

In Rheinland-Pfalz gebe es tolle Beispiele, die von Assistenzgenossenschaften über Krankenversicherungen im Genossenschaftsmodell bis hin zu Hospizgenossenschaften reichen. Mit der Dorfgenossenschaft „Genomaar“ in Gillenfeld (Landkreis Vulkaneifel) und dem Wohnprojekt „Die Wohnerei“ in Kusel wurden zwei solcher Projekte vorgestellt und die Möglichkeiten für die weitere Verbreitung solcher Modelle diskutiert – das Fazit der Ministerin: „Wir brauchen mehr solcher Projekte und werden deshalb die Gründung von Genossenschaften weiterhin unterstützen.“

Warum die Rechtsform einer Genossenschaft ideal für bürgerschaftliche Initiativen ist, machte Josef Zolk deutlich: „Die Genossenschaft ist nicht nur ein alternatives Wirtschaftskonzept. Sie stärkt die Solidarität und zivilgesellschaftliche Verantwortung. Bürgerinnen und Bürger wollen sich engagieren und ihr Umfeld mitgestalten.“

Beispiele für solches Engagement lieferten die Schülergenossenschaft Öko-E aus Rosbach sowie die genannten Wohnprojekte in Kusel und Gillenfeld. In einer Talkrunde, an der auch Ortsbürgermeister Bernd Niederhausen teilnahm und erläuterte, wie er sich auch für Hamm ein Wohnprojekt in Genossenschaftsform vorstellen könnte, wurden die Aspekte noch einmal beleuchtet.

Ministerin Bätzing-Lichtenthäler stellte auf der Veranstaltung auch die neue Broschüre „Bürgergenossenschaften für Hilfsnetzwerke und neue Wohnformen“ vor. Sie kann auf der Internetseite des rheinland-pfälzischen Sozialministeriums kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden. Außerdem fördert das Land neue Wohnformen und Sozialraum-Projekte auf vielfältige Weise und bietet speziell für Genossenschaften besondere Hilfen an.

Die Landesberatungsstelle Neues Wohnen Rheinland-Pfalz berät kostenlos zum gesamten Themenkomplex: gemeinschaftliches und generationenübergreifendes Wohnen, Wohn-Pflege-Gemeinschaften, Wohnen in aktiver Nachbarschaft sowie Wohnen mit Versorgungssicherheit im Quartier. Über eine Anschubförderung können innovative Wohn-und Quartiersprojekte bis zu 10.000 Euro Zuschuss für konkrete Umsetzungsschritte erhalten.

Eine Moderationsförderung bietet speziell Bewohnergenossenschaftsinitiativen Hilfe durch externe Beratung. Nachbarschaftsinitiativen können in der Aufbauphase von der Landesleitstelle „Gut leben im Alter“ finanziell gefördert werden. Je nach Ausrichtung des konkreten Vorhabens kommen darüber hinaus auch die Darlehen und Tilgungszuschüsse der Sozialen Wohnraumförderung des Landes in Frage, hier gibt es ein eigenes Programm zum Erwerb von Genossenschaftsanteilen.

Eine ausführlichere Übersicht zu Förderangeboten und Ansprechpartnern sowie Beispiele gibt es auf der Internetseite des Sozialministeriums unter www.wohnen-wie-ich-will.rlp.de .


 
 
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