Aufstieg von Himmelslaternen verboten

Das Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz hat durch den Erlass der Gefahrenabwehrverordnung Himmelslaternen vom 31.08.2009 auf die zunehmende Beliebtheit des Einsatzes sogenannter Himmelslaternen und der damit verbundenen Gefahren reagiert.

 

                                                

 

Es ist nunmehr verboten, Himmelskörper in den Luftraum aufsteigen zu lassen.

Im gesamten Bundesgebiet erfahren die aus Asien stammenden, ballonartigen Flugobjekte insbesondere im Rahmen privater Feste (Geburtstage, Partys, Hochzeiten etc.) eine immer weiter zunehmende Beliebtheit. Die unter verschiedenen Bezeichnungen vertriebenen, meist etwa bis zu einen Meter hohen Flugobjekte sind in ihrer Funktionsweise mit Heißluftballons vergleichbar. In dem mit dünnem Papier oder ähnlich leichtem Stoff ummantelten Flugkörper, der durch ein Drahtgestell ballonhafte Form erhält, befindet sich eine Feuerquelle. Die Flamme des Brennkörpers erwärmt die Luft, so dass eine Himmelslaterne wie ein Heißluftballon aufsteigt.

Einmal entzündet, wird die Himmelslaterne unkontrollierbar. Korrekturmöglichkeiten im Hinblick auf den Flugweg, die Flugrichtung, die Flughöhe und den Platz, auf den die Himmelslaterne wieder auf die Erde aufkommt, bestehen nicht. Faktisch steigen die Himmelslaternen in eine Höhe von bis zu 500 Metern auf. Sie halten sich zwischen 5 bis 20 Minuten in der Luft. In dieser Zeit können sie mehrere Kilometer zurücklegen. Damit sind erhebliche Gefahren für Leib, Leben oder Eigentum verbunden.

Ausgenommen von dieser Gefahrenabwehrverordnung sind Modell-Heißluftballone, die an einem Halteseil befestigt sind sowie ungefesselte und mit einem aufgerollten Sicherungsseil versehene Modell-Heißluftballone, die über eine Abschaltvorrichtung für die Gaszufuhr verfügen.

Hierbei ist jedoch zu beachten, dass nach den Vorschriften der Luftverkehrs-Ordnung der Aufstieg von Flugmodellen mit mehr als 5 Kilogramm Gesamtmasse einer Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörde (Landesbetrieb Mobilität - Fachgruppe Luftverkehr, Gebäude 890, 55483 Hahn-Flughafen, Telefon 06543/5088-11 oder 5088-12) bedarf.

 

 

Gefahrenabwehrverordnung-Himmelslaternen vom 31. August 2009

 

Aufgrund des § 43 Abs. 1 und 2 Satz 1 des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes in der Fassung vom 10. November 1993 (GVBl. S. 595), zuletzt geändert durch Gesetz vom 25. Juli 2005 (GVBl. S. 320), BS 2012-1, wird verordnet:

 

§ 1

In Rheinland-Pfalz ist es verboten, unbemannte ballonartige Flugkörper, bei denen der Auftrieb durch Erwärmung der im Ballonkörper enthaltenen Luft mittels einer eigenen Feuerquelle mit festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen erzeugt wird (Himmelslaternen), in den Luftraum aufsteigen zu lassen. Himmelslaternen sind insbesondere die im Handel unter dieser oder einer ähnlichen Bezeichnung, wie "Fluglaterne", "Kong-Ming-Laterne", "Skylaterne", "Partyballon" oder "Miniatur-Heißluftballon", bekannten Flugkörper.

 

§ 2

Ordnungswidrig im Sinne des § 48 Abs. 1 des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 1 eine Himmelslaterne in den Luftraum aufsteigen lässt.

 

§ 3

Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft.

 

Mainz, den 31. August 2009 K. P. Bruch

Minister des Innern und für Sport

 

 
 
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