Technische Hilfeleistung bei der Bahn

Die Möglichkeit einer besonderen Ausbildung zum Thema Gefahrstoffe auf der Schiene bestand kürzlich, als der Übungszug der Deutschen Bahn in Au (Sieg) Halt machte und dort den angrenzenden Feuerwehren die Gelegenheit bot, sich mit einem Kesselwagen, Ventilen und der Behebung von Leckagen, vertraut zu machen.

 

Diesen Ausbildungszug gibt es seit 15 Jahren. Er wird von der DB Netz AG kostenlos zur Verfügung gestellt und ist rund 40 Wochen im Jahr in Deutschland unterwegs, um die Feuerwehrleute zu schulen.

 

              

 

Rund 4.500 Feuerwehren nehmen dieses Angebot im Jahr an. Dabei wird bei den Übungsmöglichkeiten Wert darauf gelegt, dass die Feuerwehren mit ihren vorhandenen Mitteln arbeiten. Genau so, wie es in einem Ernstfall auf den örtlichen Bahngleisen auch der Fall wäre.

Die Beförderung von gefährlichen Gütern stellt zwar ein hohes Gefahrenpotential dar, jedoch ist die moderne Gesellschaft mit ihren teils weit verzweigten und verlagerten Produktionsabläufen auf den Transport dieser Güter auf dem Land- und Seeweg angewiesen. Rund 60 Millionen Tonnen Gefahrgut werden dabei jährlich auf der Schiene transportiert. Zwischenfälle sind zwar selten, wenn sie jedoch auftreten, ist das koordinierte Vorgehen von ausgebildetem Personal notwendig, um größeren Schaden zu verhindern.

Der letzte größere Bahnunfall war 1994 in Zürich. Technisches Versagen durch ein heiß gelaufenes Radlager führte damals zur Explosion von 3.000 Litern Benzin. Drei Verletzte Personen und über 20 Millionen Schweizer Franken war der Sachschaden hoch. Der schlimmste Bahnunfall in Elsterwerda (1997) traf auch die dort ansässige Feuerwehr, die zwei Tote und mehrere Schwerverletzte zu beklagen hatte.

Dies sind natürlich Ereignisse, die nicht jeden Tag vorkommen, aber sie zeigen uns deutlich, dass mit dem

Transport gefährlicher Güter auch große Risiken verbunden sind.

Im theoretischen Teil der Ausbildung ging Herr Fechner von der DB Netz AG auf die Unfälle und deren Folgen ein und gab der Feuerwehr Informationen zum Notfallmanagment der Deutschen Bahn.

Im zweiten Teil erklärte Herr Pirsig am und im Armaturen-Kesselwagen die Funktion, Bedienung und Handhabung von Sicherheitseinrichtungen, Absperrorganen und Ventilen.

 

        

 

Der letzte Teil der Ausbildung fand am Leckage-Kesselwagen statt. Dort können neun verschiedene Leckagen simunliert werden. Vom Tanklöschfahrzeug wird ein Schlauch an das Leitungssystem des Übungszuges angeschlossen. Bei 3 bar Ausgangsdruck kann der Mitarbeiter der DB Netz AG nun über verschiedene Absperrhähne unterschiedliche Leckagen mit Wasser versorgen.

Da nun aber auch Gefahrgut in diesen Kesselwagen transportiert wird, müssen sich die Feuerwehrleute schützen. In diesem Fall mit Chemikalienschutzanzügen (CSA). Keine leichte Aufgabe für die Einsatzkräfte, mit Atemschutzgeräten und CSA eine Leckage abzudichten.

Der Hammer Wehr stehen für das abdichten verschiedene Geräte zur Verfügung. Von der Leckbandage, Dichtkissen, über Leckdichtlanze, aber auch mit einfachen Holzkeilen und ein weing Dichtungsmittel kann man ein Loch verschließen, um so ein weiteres Auslaufen einer Flüssigkeit zu verhindern.

Die Kameraden der Feuerwehr Hamm möchten sich bei den Ausbildern des Ausbildungszug Gefahrgut bedanken. Viele Tipps für die Abarbeitung eines Unfalls mit Bahnfahrzeugen geben den Feuerwehrleuten die nötige Sicherheit um ihre Aufgaben zu erledigen. (am)

 

Fotos: Alexander Müller

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Auch auf dem Dach eines Kesselwagens gibt es verschiedene Anschlüsse.
Auch auf dem Dach eines Kesselwagens gibt es verschiedene Anschlüsse.
Auch auf dem Dach eines Kesselwagens gibt es verschiedene Anschlüsse.
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Mit Chemikalienschutzanzügen wird versucht eine Leckage abzudichten.
Mit Chemikalienschutzanzügen wird versucht eine Leckage abzudichten.
Mit Chemikalienschutzanzügen wird versucht eine Leckage abzudichten.
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Herr Persig öffnet ein Ventil; so kann er neun verschiedene Leckagen simulieren.
Herr Persig öffnet ein Ventil; so kann er neun verschiedene Leckagen simulieren.
Herr Persig öffnet ein Ventil; so kann er neun verschiedene Leckagen simulieren.
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... auch mit einfachen mitteln kann ein Leck abgedichtet werden.
... auch mit einfachen mitteln kann ein Leck abgedichtet werden.
... auch mit einfachen mitteln kann ein Leck abgedichtet werden.
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Mit der Leckbandage und eine Moosgummi wurde dieses Loch wieder Dicht gemacht.
Mit der Leckbandage und eine Moosgummi wurde dieses Loch wieder Dicht gemacht.
Mit der Leckbandage und eine Moosgummi wurde dieses Loch wieder Dicht gemacht.
 
 
 
 
 
   
   
 
 
 

  • Auch auf dem Dach eines Kesselwagens gibt es verschiedene Anschlüsse.

  • Mit Chemikalienschutzanzügen wird versucht eine Leckage abzudichten.

  • Herr Persig öffnet ein Ventil; so kann er neun verschiedene Leckagen simulieren.

  • ... auch mit einfachen mitteln kann ein Leck abgedichtet werden.

  • Mit der Leckbandage und eine Moosgummi wurde dieses Loch wieder Dicht gemacht.
 
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