Rückblick und Ausschau bei Jahresschlußbesprechung 2019

116 Einsätze im Jahr 2019, 12 Wochenend- und 26 Dienstagsübungen in Hamm, dazu Termine auf Kreisebene und bei der Landesfeuerwehrschule: Ein strammes Programm hatte die Feuerwehr Hamm (Sieg) im vergangenen Jahr zu bewältigen. Das ging aus dem ausführlichen Bericht des Wehrleiters bei der Jahresschlussbesprechung hervor.

 

Heiko Grüttner hatte erneut eine umfangreiche Präsentation mit Zahlen, Daten und Fakten vorbereitet.

Deutlich wurde aus dem Bericht, dass die Anforderungen immer größer werden und die Technik immer anspruchsvoller. Sogar die Bürokratie wächst bei der Freiwilligen (sprich: ehrenamtlichen) Feuerwehr, die Personaldecke dagegen nicht. Aber immerhin: Mehrere junge Frauen und Männer haben sich dem Löschzug angeschlossen, sodass die Kopfzahl trotz einiger Abgänge dieselbe geblieben ist. Auch an Anerkennung durch den Bürgermeister und den Verbandsgemeinderat fehlt es nicht.

Obwohl acht Männer die Feuerwehr Hamm (Sieg) im Vorjahr verlassen haben, ist es bei 53 Kameradinnen und Kameraden geblieben: Acht Männer und Frauen sind im Lauf des Vorjahrs der Freiwilligen Feuerwehr Hamm beigetreten. Auch diese erfreuliche Meldung konnte Wehrleiter Heiko Grüttner bei der Jahresschlussbesprechung machen.

 

Die Zahl der Einsätze dagegen steigt seit fünf, sechs Jahren unaufhörlich. An Bränden liegt es nicht, und in Gebäuden brannte es 2019 sogar nur fünfmal, der niedrigste Wert seit 2010. Insgesamt musste die Hämmscher Wehr zu 29 Brandeinsätzen ausrücken (Vorjahr: 33). Stark gestiegen sind die Hilfeleistungen, die im Vorjahr 61 Einsätze nötig machten, davon sechs mit der Rettungshundestaffel. Ölspuren, Sturmschäden und Wassereinbruch sowie sonstige Hilfen verursachten die nach 2018 zweithöchste Einsatzzahl der letzten zehn Jahre. 26 Fehlalarme kamen hinzu, von denen die meisten (17) durch Brandmeldeanlagen verursacht werden. Heiko Grüttner führte an, dass die in den meisten Fällen trotzdem getan hätten, was sie sollten: Rauch melden. Dieser stellte sich dann als harmlos heraus bzw. ein Eingreifen der Feuerwehr war nicht nötig. Weitaus schlimmer: die 9 böswillig verursachten Falschalarmierungen. Derlei „Scherze“ nehmen seit 2016 zu, während es zuvor höchstens 1 oder 2 im Jahr waren. Nicht ganz einfach ist auch die Aufteilung nach Tageszeiten: 80 der 116 Einsätze fanden tagsüber statt – eine Zeit, in der wegen Berufstätigkeit die Einsatzbereitschaft eher kleiner ist.

Wehrleiter Grüttner erinnerte daran, dass es mit den Einsätzen nicht getan ist. 40 Stunden im Jahr seien Feuerwehrmann und -frau zur Ausbildung verpflichtet, mit 12 Wochenend-Übungen und 26 Übungen an Dienstagen biete die Feuerwehr Hamm genügend Gelegenheit, diese Zahl zu erreichen. Leider habe man von den acht bei der Landesfeuerwehrschule beantragten Lehrgangsteilnahmen nur zwei bestätigt bekommen.  


             

                Besonders stolz ist die Feuerwehr auf ihren aktuellen Nachwuchs. Vier junge Leute sind nach einem Projekt bei der IGS Hamm eingetreten.

 

Als überaus erfreulich wertete Heiko Grüttner die Tatsache, dass eine Projektwoche zum Thema bei der IGS sich durch mehrere Neuzugänge ausgezahlt hat. Eine Profi-Werbekampagne soll folgen. Ebenfalls erwähnt wurde die Neubeschaffung der Fahrzeuge ELW1 und HLF 20. 

Auf diesen Kauf im Wert von einer halben Million Euro ging auch Bürgermeister Dietmar Henrich ein, der einmal mehr seine Anerkennung für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr ausdrückte. Bei allen den anspruchsvollen, breit gefächerten Aufgaben, die dem Jahresbericht zu entnehmen waren, sei es selbstverständlich, dass vernünftiges Material und Ausrüstung zur Verfügung gestellt würden.

Dafür 300.000 Euro auszugeben – dies war der Eigenanteil der Verbandsgemeinde – hatte der Verbandsgemeinderat „absolut einmütig und ohne Diskussion“ beschlossen, so Henrich. „Die Feuerwehr hat einen hohen Stellenwert im Rat“, betonte er. Wer sie im Einsatz erlebt habe, äußere sich beeindruckt über Professionalität und Schnelligkeit.

„Doch Ausrüstung ist das eine, wir brauchen aber auch Feuerwehrkameradinnen und -kameraden“, fuhr Henrich fort, „kurz: Wir brauchen euch!“ Insofern war es ihm eine Freude und Ehre, Beförderungen, Ernennungen und Ehrungen aussprechen zu dürfen. Neu in die Feuerwehr aufgenommen wurden aktuell Sandra Weber, Selina Eisel, Sören Klein, Fynn Schade und Felix in het Panhuis.


Befördert wurden zum Oberfeuerwehrmann Benedikt Brenner und Fabian Hake, zum Hauptfeuerwehrmann Jan Frondorf, Silvio Kerkau und Mario Ross, zum Löschmeister   Florian Kuklik, zum Oberlöschmeister Wilfried Hassel und Hartmut Schmidtke sowie zum Brandmeister Christian Templin.

 

Bei den Ehrungen wurde Marco Kötz das silberne Abzeichen für 25 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr zuteil. Eine bronzene Ehrennadel – diese Ehrung ist neu – für mindestens 15-jährige Zugehörigkeit steht Jan Frondorf, Stefan Henrichs, Kevin Jung, Florian Kuklik, Markus Menke und Christian Templin zu.


            

                                           Bürgermeister Dietmar Henrich (links) nahm Ernennungen, Beförderungen und Ehrungen vor. 

 

Mit der Wahl von Delegierten, der Nennung der Teilnehmer von Lehrgängen sowie der Termine 2020 ging der offizielle Teil der Jahresschlussbesprechung dem Ende zu. Diskutiert wurde am Schluss jedoch noch über Bürokratie. Die erforderliche Umprogrammierung der Piepser, neu einzubindende Software und die Eingabe der Daten zur Erstalarmierung der Leitstelle riefen die Frage hervor, inwiefern das noch mit Ehrenamt oder überhaupt mit Feuerwehr zu tun hat. (spa)


Fotos: Silvia Patt

 
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