Spiegeleisen der Heinrichshütte Hamm setzte weltweit Impulse

In eindrucksvoller und bemerkenswerter Weise gingen die Hammer Heimatfreunde in einer dreitägigen Ausstellung im KulturHaus mit Bildern, Exponaten und Zeichnungen auf die ehemalige Heinrichshütte ein.

 

Bereits seit einigen Jahren befasst man sich mit der Geschichte der Heinrichshütte, der ersten Industrieanlage in der näheren Heimat, die über einige Jahrhunderte einen wichtigen und bedeutenden Beitrag leistete. Heimatfor­scher Norbert Langenbach hat alles zusammen getragen und im Jahre 2006 in einer siebzig Seiten umfassenden Dokumentation fest­ge­halten. Bei der Ausstellungseröffnung ging Klaus Thiesbonenkamp, Vorsitzender der Hammer Heimatfreunde, auf Zeilen aus einem Westerwaldlied ein, „wenn an der Sieg im Abendrot das Eisen glüht“. Auch am Seelbach glühte das Eisen, nämlich in der Sayner Hütte, der späteren Heinrichshütte. Weltweites Ansehen erreichte diese besonders durch das weiße Spiegeleisen, das höher belastbar und qualitativ hochwertiger als der damals vorhandene Stahl war. Von Hamm und der Heinrichshütte gingen mit dem Spiegeleisen Impulse in die ganz Welt. Eisen wurde auch für die Herstellung von Solinger Klingen geliefert. Thiesenbonen­kamp dankte allen, die zur Ausstellung beigetragen hatten. Grüße des Besucherbergwerkes „Silberhardt“ (Windeck-Oettershagen) übermittelte Herbert Wagner. Die Heinrichshütte war die älteste und einzige Hüttenanlage innerhalb der Sayner Grafschaft und allein deshalb für das gräfliche Haus von großer Bedeutung. Von Alters her bezog die Hütte ihr Eisenstein von der Nachbargrube „Hohegrethe“ bei Wickhausen. Grube und Hütte wurden deshalb auch als eine Einheit angesehen. In den Anfängen sprach man von „Hohegreite Hütte“ oder auch „Hämchen“ genannt. Im November 1650 wurde Freiherr Johann von Diest mit sämtlichen Bergwerken und der Heinrichshütte von den Grafen Sayn belehnt; im Jahre 1700 gingen diese an die holländischen Kaufleute Abraham Melchior und Rudolph de Witt aus Amsterdam über. Sie übernahmen praktisch einen umfassenden Neubau der Hütte. In einem Hüttenbuch ist der gesamte Schriftverkehr über die Baumaßnahme mit Kosten aufgeführt. Eine tabellarische Aufstellung über den Zukauf der benötigten Holzkohle aus dem gesamten Westerwald zeigt auf, dass die hiesigen Wälder den Bedarf an Holzkohle nicht decken konnten. Durch den Staatsvertrag beim Wiener Kongreß im Jahre 1815 kam die Hütte dann in preußischen Besitz. Am 13. August 1827 ersteigerte der Siegener Kaufmann Johann Heinrich Dresler die Hütte mit einem Meistgebot in Höhe von 43.000 Taler. Zusammen mit den Gebrüder Klein betrieb Dresler dann die später nach seinem Vornamen benannte Heinrichshütte. Fünfzig Jahre danach wechselte diese dann an die Wissener Bergwerks- und Hütten AG. Die Bedeutung der Heinrichshütte ist auch daran zu ermessen, dass in Hamm das Berg- und Hüttenamt – dieses hatte seine Verwaltungsfunktion bis nach Bendorf – eingerichtet wurde.

 

 

  

 Norbert Langenbach (2.v.l.) erklärt die Unterschiede                 Viel Beifall gab es für die Hammer Heimatfreunde  für die

 der ausgestellten Schlackenreste.                                                 Ausstellung "Heinrichshütte".

 

 

 

 Zur Eröffnung konnte Klaus Thiesbonenkamp (rechts)                                           Abbruch eines Winderhitzers.

 zahlreiche Besucher im KulturHaus begrüßen. Weiter im Bild

 von links die Heimatfreunde Klaus Schumacher und Norbert

 Langenbach.

 

 

 Seilbahnarbeiter im Jahre 1913

 

 

 

 
 

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