Mikwe der Holzsynagoge von 1813

Dass in Hamm einstmals eine prächtige Synagoge stand, die dann in der Pogromnacht 1938 zerstört wurde, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Nur wenige wissen allerdings, dass es noch ein Vorgängermodell aus Holz gab.

 

Eine Mikwe (jüdisches Tauchbad) ist in Hamm bei den Sanierungsarbeiten des Synagogenplatzes entdeckt worden. Nach Erkenntnissen des Heimatforschers Dieter Krämer hat sie zur ersten (Holz-)Synagoge gehört, die in Hamm stand. Mit diesem Fund ist nunmehr auch deren Standort klar: Sie muss zwischen dem heutigen Kulturhaus (Davidshaus) und der 1938 zerstörten, "neuen" Synagoge gestanden haben. Das Landesamt für Denkmalpflege hat die Echtheit der Mikwe bereits bestätigt.

 

Krämer selbst ist vom Fund begeistert. Nicht nur, weil in der gesamten Region keine einzige Mikwe mehr vorhanden ist, obwohl ein solches Tauchbad eigentlich in jeder Synagoge sein muss. "Sie ist innerhalb der 1813 erbauten Holzsynagoge an der idealen Stelle", schwärmt er mit funkelnden Augen: "Wasserablauf, Einsehbarkeit und Platzierung des Schiebers an frostsicherem und trockenem Platz - alles passt."

Erfreut über den neuerlichen Fund am Synagogenplatz zeigt sich auch Ortsbürgermeister Hans Schmidt. "Die Ortsgemeinde wird alles daran setzen, die Mikwe zu erhalten und sich um eine entsprechende Gestaltung bemühen".


Dient der rituellen Reinigung

 

Beispiel einer vollständig erhaltenen Mikwe in Speyer


Eine Mikwe ist ein rituelles Tauchbad, dem in den jüdischen Gemeinden eine hohe Bedeutung zukommt. Sie dient der rituellen Reinigung durch Untertauchen des ganzen Körpers. Dies muss in "lebendigem Wasser", also Wasser natürlichen Ursprungs (Regen- oder Quellwasser) geschehen. Während der Besuch der Mikwe für Männer keine religionsgesetzliche Pflicht darstellt, wird von jüdischen Frauen erwartet, dass sie vor der Hochzeit, nach einer Geburt und nach dem Ende der Monatsregel die Mikwe aufsuchen und dort dreimal unter die Wasseroberfläche tauchen.


Sie müssen vorher ein Reinigungsbad genommen haben, sich völlig entkleiden und sich allen getragenen Schmucks entledigen.

Quelle: Rhein-Zeitung
09.03.2007 © RZ-Online GmbH (www)

 
 
 
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