Hamm kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken

Im Hammer Land begegneten sich in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder unterschiedliche Interessen von Herrscherhäusern, so zwischen dem Hause Sayn und dem Herzogtum Berg. Erz, Eisen und Pulver ließen den Raum Hamm Jahrhunderte lang zu einem Begriff weit über die Heimatgrenzen hinaus werden. Weltweites Ansehen erlangte der Ort durch den am 30. März 1818 in Hamm geborenen Begründer des ländlichen Genossenschaftswesens,

Friedrich Wilhelm Raiffeisen.
 

 Am 31. März 2006 jährt sich zum 875. Male die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Hamm, besser gesagt des Kirchspieles Hamm. Papst Innocenz II. war es, der am 31. März 1131 „Ecclam Hamne cum tota dec“ in der 11. Zeile einer Urkunde niederschreiben ließ. Die Urkunde, die heute im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf in Verwahrung liegt, gibt Auskunft über den damaligen Güterstand des St. Cassius-Stiftes in Bonn, wo auch der Zehnt von Hamm bestätigt wird. Vögte dieses Stifts waren die Grafen zu Sayn, die wiederum dem Sieg- oder Auelgau unterstanden, der allerdings im Jahre 1060 zerfiel.

Erzbischof Anno der Heilige von Köln fand sich in die dynastischen Kämpfe verwickelt, die die Territorialpolitik der Pfalzgrafen auflösen musste. Ein hartnäckiges "Tauziehen“ um die wichtigste Position an der oberen Sieg begann etwa Mitte des 13. Jahrhunderts zwischen den Grafen von Sayn und den Grafen von Berg. Das Ringen sollte bis in den 30-jährigen Krieg andauern. Die Lehns- und Besitzverhältnisse aus dieser Zeit sind sehr verwickelt und auch teilweise umstritten. Es bleibt jedoch festzustellen, dass das Gebiet um Hamm von jeher Grenzgebiet war und manche Kämpfe um dieses Gebiet stattgefunden haben. Teile des Besitzes wechselten dabei öfters. Der Siegburger Vertrag von 1604 konnte manche der Probleme lösen. Ansehnliche Güter in Größe von 1250 Morgen Ackerland und fast 1000 Morgen Wald in und um Hamm gehörten der Familie Nesselrode. Die sogenannten Nesselrodischen Güter im Hammer Kirchspiel waren: drei Höfe zu Hamm, darunter Scheidt; der Hof zu Kappenstein; der Hof zu Opsen und ein Hof zu Fürthen. Diese Güter gingen später in den Besitz einheimischer Pächter über. Von fortwährenden Erbauseinandersetzungen wurde die weitere Entwicklung von Hamm geprägt. Im Jahre 1652 erfolgte die Teilung der Grafschaft Sayn in die selbständigen Grafschaften Sayn-Hachenburg und Sayn-Altenkirchen. Das Kirchspiel Hamm wurde dabei aus dem Altenkirchener Bezirk gelöst und der Grafschaft Hachenburg zugeschlagen.

Große und entsetzliche Leiden für das Hammer Land brachte der 30-jährige Krieg mit. Die Überlieferungen berichten von einer Pest, die im Jahre 1636 ausbrach und 600 Todesopfer forderte. Durch die Pest starben ganze Familien aus. Am 24. Januar 1636, dem Johannistag, zog eine kaiserliche Armee durch den Ort und das Kirchspiel und am 15. September des gleichen Jahres besetzten Truppen des Bischofs von Osnabrück den Hammer Raum. Die Bevölkerung musste viel Leid, Demütigungen, Plünderungen und Misshandlungen erleiden. Auch in den Jahren 1637 bis 1639 zogen Soldaten plündernd, mordend und brandschätzend durch den Ort.

 
Grenze zwischen Berg und Hachenburg nach einer Karte von 1768

 

Weiter wird berichtet: "Im 22. Kriegsjahr, am Abend des 4. April 1640 geschah ein Erdbeben, in dem ein Hammer Pastor Gottes Zorn erkennen wollte. Im Sommer 1641 waren wieder Soldaten unterwegs. Die gräfliche Herrschaft von Sayn hatte inzwischen Landmiliz einberufen und soweit es möglich war, setzten sich Bauern und Schützen den Soldaten zur Wehr. Am 24. August 1646, dem Bartholomäustag, kommen weitere Soldaten ins Dorf mit der Absicht zu plündern. Die Schützen geben vom Kirchturm her Feuer. Darauf entzündet sich die Kirch oben im Helm (des Turmes) und brennt ab. Die Schützen schießen tapfer auf die Partei (Soldaten), dass deren etliche tot bleiben. Als die Glocken schmelzen, stülpen die Schützen Kessel auf sich, damit sie von der Glockenspeis keinen Schaden nehmen. Damals sind viel Sachen in der Kirch verbrannt...“

Nicht viel besser als im Dreißigjährigen Krieg erging es der Bevölkerung in und um Hamm herum während der Raubzüge Ludwigs XIV.

Auch während des ersten (1740 bis 1742) und zweiten (1744 – 1745) Schlesischen Krieges gab es wieder Truppendurchzüge und Einquartierungen. Weiter betroffen wurde Hamm und das Kirchspiel vom Siebenjährigen Krieg sowie von den Revolutionskriegen in den Jahren 1792 bis 1797. So befand sich im Jahre 1796 neben einem Lazarett auch ein Militärmagazin in Hamm, an das die Bauern Heu und Stroh zu liefern hatten.

In diesen turbulenten Zeiten hatte sich in Bitzen und Oppertsau eine Räuberbande gebildet, die einige Jahre lang die Gegend unsicher machte. Eines ihrer tollsten Gaunerstücke war, so die Überlieferung, dass sie dem Pastor zu Holpe (Gemeinde Morsbach) einen fast neuen Karren stahlen und diesen dann dem Hammer Schultheißen Lantzendörfer verkauften.

 
Vier Ortsteile von Hamm wurden in einer Katasterkarte im Jahre 1832 aufgeführt: Auer Mühl (links oben), Henrichshütte, Scheid und Oberdorf

 

Durch Erbschaft kam dann die Grafschaft Sayn-Hachenburg, und somit auch Hamm, an die Grafen von Manderscheid-Blankenburg, dann 1705 zum Teil und 1714 ganz an die Burggrafen von Kirchberg. Im Jahre 1799 starb dann das Herrscherhaus Kirchberg aus, und Sayn-Hachenburg mit Hamm kam an die Fürsten von Nassau-Weilburg. Am 21. Juni 1815 wurde das Kirchspiel Hamm an Preußen abgetreten und kam 1816 zum neu gebildeten Kreis Altenkirchen. Die bewegte Geschichte des Ortes Hamm kann in dem von der Hammer Heimatforscherin Brigitte Burbach geschriebenen und zu Jahresbeginn von der Ortsgemeinde Hamm herausgegebenen Buch „875 Jahre Leben in Hamm“ nachgelesen werden. Das Buch ist bei der Ortsgemeinde Hamm, im Rathaus Hamm und im örtlichen Buchhandel erhältlich.

 
 

Auszug aus der Urkunde von Papst Innocenz II. im Jahre 1131

 

(entnommen aus dem Buch „875 Jahre Leben in Hamm") von Brigitte Burbach

 
Bereits im Jahre 1131 gab es eine Kirche in Hamm, und es wurde der Zehnte gezahlt. Ein Blick auf die heutige evangelische Kirche.

. . . Indem wir im Herrn geliebte Söhne, euren gerechten Wünschen entgegenkommen, nehmen wir die Bonner Kirche, in welcher ihr dem Dienste Gottes obliegt, unter den Schutz des Hl. Petrus und des apostolischen Stuhls und bestätigen durch schriftliche Urkunde, dass sämtliche Güter, welche dieselbe gegenwärtig rechtmäßig und kanonisch besitzt oder in Zukunft mit Genehmigung der Päpste durch Freigebigkeit der Fürsten und Opferwilligkeit der Gläubigen vernünftiger Weise erwerben wird, euch und euren Nachfolgern fest und unverkürzt verbleiben sollen. Als solche sind namentlich die folgenden anzuführen: Zwei Höfe in Bonn mit einem Teil des Zehnten; ein Hof zu Rheydt (Sieg) und die Kirche mit dem ganzen Zehnten; ... ein Hof und die Kirche zu Dattenfeld mit dem ganzen Zehnten; ein Hof zu Birnbach (Kreis Altenkirchen) und die Kirche mit dem ganzen Zehnten; ... die Kirche zu Waldbröl mit dem ganzen Zehnten; die Kirche zu Nümbrecht mit dem ganzen Zehnten; die Kirche zu Leuscheid mit dem ganzen Zehnten; die Kirche zu Hamm (Sieg) mit dem ganzen Zehnten; die Kirche zu Herchen mit dem ganzen Zehnten; die Kirche zu Friesenhagen mit dem Zehnten; die Kirche zu Morsbach mit einem Teil des Zehnten . . .Ferner bestätigen wir der Bonner Kirche die Freiheit, vermöge der alle Kirchen, welche ihr zugehören, von jeder bischöflichen Auflage frei sind, wie ihr dieses Recht bis zur jetzigen Zeit zuverlässig besessen habt. Ich Innocenz, Bischof der christlichen Kirche - (Die Unterzeichnerzeile enthält links die sogenannte „rota" eine Art Siegelstempel, mit dem Namen und Regierungsmotto von Papst Innocenz II; rechts ist das Monogramm angeordnet, in dem der Papstname kunstvoll zusammengefügt ist.)

Text, Fotos und Repros: Rolf-Dieter Rötzel 

 
 
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