Nachrichten aus dem Hammerland

Aktuelles

aus der Verbandgemeinde Hamm (Sieg) und ihren Ortsgemeinden.

Besser einmal kalte als plötzlich nasse Füße

Die Zunahme extremer Wetterereignisse haben längst nicht alle einberechnet, die in der Vergangenheit Gebäude, Wohnräume, Straßen und Rohre ge- bzw. verbaut haben. Umso wichtiger ist gegenwärtig eine zielgerichtete Vorsorge, um etwa Gefährdungen durch Starkregen und Hochwasser einzudämmen.

Zwecks eben jener Vorsorge hat die Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) (VG) Lagepläne erstellen lassen. Aus ihnen geht hervor, dass in den Gebieten ihrer Ortsgemeinden verschiedene Gefahren- und Schadenspotentiale bestehen. Bald sollen die Lagepläne durch Ortsbegehungen und mit Hilfe der ansässigen Bürger:innen verfeinert werden, um einen wichtiger Baustein eines umfassenden Vorsorgekonzeptes zu bilden.

Für den 18. Januar hatte die Verbandsgemeinde zu einer öffentlichen Auftaktveranstaltung eingeladen, in der sich über die angelaufene Erstellung des Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzepts informiert werden konnte. Für die Einblicke in den Stand der Dinge waren Henning Otterbach und Jörn Reißig vom Ingenieurbüro Brendebach maßgeblich, da das Büro seit vergangenem Jahr von der VG mit der Projektleitung beauftragt ist.

Trotz der kalten und schneereichen Wetter- und Straßenbedingungen fanden sich gut 50 Interessierte und Bewohner:innen der Verbandsgemeinde im Bürgerhaus Etzbach ein, das von der Ortsgemeinde für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt wurde. Ebenfalls vor Ort waren Vertreter:innen der örtlichen Feuerwehr, der Land- und Forstwirtschaft, der Gewässerunterhaltung, der Fischerei und der Jagd.

Bürgermeister Dietmar Henrich begrüßte die Anwesenden mit einleitenden Worten zum Thema, bevor sich Hennig Otterbach als berufserfahrener Ingenieur in beratender Position und Jörn Reißig als Projektleiter bei der Konzepterarbeitung vorstellte. Letzterer übernahm dann die Ausführungen über die Vorgehensweise bei der Erstellung der Lagepläne für die Verbandsgemeinde und ihre Ortsgemeinden.

Für die Lagepläne wurden Daten des GIS‘ (Geoinformationssystem) genutzt, um Gefahrenpotentiale zu ermitteln und zu bewerten. Diese Einschätzung müsse jedoch mit den realen Bedingungen abgeglichen werden, so Reißig. Deshalb wirken die geplanten Ortsbegehungen und Öffentlichkeitsbeteiligungen ergänzend für das Konzept, das (Handlungs-)Maßnahmen zur Vorsorge enthalten wird und als Empfehlungsleitfaden dienen soll.

Derzeit sind 32 Lagepläne vom Ingenieurbüro Brendebach für die einzelnen Ortsgemeinden der VG vorhanden. Nach Projektabschluss werden sie als Download über die VG Website öffentlich zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich dann um die finale Version der Pläne, um Missverständnisse durch eventuelle Nachbearbeitungen (im Zuge der Ortsbegehungen) zu vermeiden.

Die ersten Ortsbegehungen sind je nach Wetterverhältnissen bereits im März geplant. Sie orientieren sich an den erfassten Gefährdungsstellen und sollen möglichst nachmittags stattfinden, damit auch Erwerbstätigen die Teilnahme einfacher zugänglich ist. Insgesamt elf solcher Begehungen sind momentan zwischen März und April geplant; sofern eine höhere Bedarfslage bestehe, seien jedoch auch zusätzliche denkbar, meinte Reißig.

Die Ortsbegehungen sollen gleichzeitig als „Running-Workshops“ fungieren, um privaten Objektschutz an realen Beispielen zu erläutern und eine Vorsorgeberatung für (besonders) gefährdete Privatobjekte aus den Ortsgemeinden zu ermöglichen. Im Anschluss wird der Konzeptentwurf dann im Rahmen eines Bürger:innen Workshops noch einmal öffentlich diskutiert.

Reißig erwiderte auf eine Frage aus dem Publikum hin, dass es für die private Vorsorge in Zusammenhang mit Hochwasser und Starkregen zwar in der Regel keine Förderangebote gebe, die Benefits jedoch in einem „normalen“ Versicherungsbeitrag in gefährdeten Zonen und natürlich in der besseren Eigenabsicherung gesehen werden müssten.

In der vom Ingenieurbüro geöffneten Runde wurde auf weitere Anfragen aus der Bürgerschaft eingegangen. Herr Reißig erläuterte in diesem Rahmen noch einmal, dass die Ortsbegehungen auch dazu dienen, die errechneten Lagepläne mit den örtlichen Bedingungen in Zusammenhang zu bringen. Teilnehmer:innen sind bei den Begehungen also dazu aufgerufen, auf Objekte hinzuweisen, bei denen bereits Probleme oder Befürchtungen bestehen. Dann können diese mit den Daten aus den Lageplänen abgeglichen werden.

Einen trefflichen Ausblick der Veranstaltung bot die abschließende Frage einer Bürgerin: Wie gehe ich als an einer Vorsorge interessierter Laie nun am besten vor?

– Das könnte idealerweise wie folgt aussehen:

  • aufmerksam die Vorabinformationen und Termine der Ortsbegehungen wahrnehmen, die im Mitteilungsblatt und auf der Internetseite der VG Hamm (Sieg) bekannt gemacht werden,
  • an den Ortsbegehungen teilnehmen,
  • sich gegebenenfalls in bei der öffentlichen Vorstellung des Konzeptentwurfs (im Rahmen des Bürger:innen Workshops) einbringen und Lagepläne bzw. Karte anschauen,
  • und das aufgestellte Vorsorgekonzept heranziehen, um eigene Handlungsmaßnahmen zu erwägen.

Planmäßig soll das Hochwasser- und Starkregenschutzkonzept dann zum Herbstende dieses Jahres stehen.