Was im Dezember letzten Jahres begann, wird gerade munter fortgesetzt und zieht seine Kreise: Die ehrenamtlich tätige Aktionsgruppe „Wurzeln schlagen, dann blüht uns was!“ sorgte zusammen mit weiteren Unterstützer:innen und Engagierten in den letzten Tagen für weitere Begrünung in der Ortsgemeinde Hamm (Sieg).
So bereichert nun eine rotblühende Kastanie den Spielplatz an der Auerhardt: Die neuen Baumpaten entschieden sich bewusst für die widerstandsfähige Art, auf dass der Baum nicht nur möglichst vielen Generationen zur Freude gereichen, sondern wertgeschätzt werden und gleichzeitig einen Teil dazu beitragen kann, die Verbindung zwischen der Natur und den Kindern aus der Umgebung zu stärken.
Am Mittwoch, den 15. April, konnten wiederum in einer gemeinsamen Pflanzaktion gleich mehrere neue Bäume im Parc de Roissy willkommen geheißen werden. Ihre Paten sind das Ehepaar Kreutzer aus Ückertseifen, die Klasse 3d der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Grundschule und die Heimatfreunde im Hammer Land e.V.. Darüber hinaus stiftete das Atelier Petra Moser eine Rose für die Scheidter Straße.
Zwei der ehrenamtlichen Baumpaten aus dem Initialteam, Isabel Christmann und Peter Bum Krahwinkel, halfen bei der Baum- und Standortauswahl. So konnte von der Fahrt zur Baumschule bis zum Angießen mit Freude an der Sache ein gemeinsames Erlebnis geschaffen werden, das gleichzeitig Verantwortung für die Zukunft mitbringt: Neben der Verschönerung des Ortsbildes möchte die Aktion in Kooperation mit der Ortsgemeinde einen Beitrag zur Aufklärung und Aufbau von dauerhaften, robusten Grünflächen leisten. Neben der persönlichen Verbindung zu den Paten beruht die Auswahl von Baum- oder Straucharten daher vor allem auf nachhaltigen Kriterien, wie etwa Klimaresistenz.
Egal, ob Baum, Strauch oder Rose: Jeder der Schützlinge braucht hin und wieder etwas Zuwendung, um zu gedeihen und über Generationen zu wachsen. Die Idee dabei ist daher, dass alle Baumpaten von und über ihre gestifteten Pflanzen lernen und ihr Wissen an andere weitergeben können. Dass die Freude an der Natur und am Weiterbilden dabei selbstverständlich auch auf kreative Weise zum Ausdruck gebracht werden kann, zeigte der Baumpate Egon Kreuzer mit einem eindrucksvollen Gedicht. Dieses hatte er eigens für die Pflanzung der Eberesche angefertigt, die Sigrid Kreuzer und er gestiftet hatten. Aus der Sicht des lyrischen Ichs, der Eberesche, heißt es dort unter anderem:
„Mit meinem Wuchs werde ich erfreuen, alle Bürger, auch die neuen. Werde Schatten spenden, Jung und Alt, so bin ich halt.“
Am 15. April wurden gepflanzt:
-eine veredelte, großfrüchtige Haselnuss („Wunder aus Bollweiler“), gestiftet von der Klasse 3d der Grundschule Hamm (Sieg) – diese Sorte entstand im Elsass und wird für ihre wohlschmeckenden Nüsse geschätzt. Wenn der Baum gut gedeiht, könnten sich in ein paar Jahren die ersten Nüsse ernten lassen.
-ein Faulbaum (Pulverholz), gestiftet von den Heimatfreunden im Hammer Land – der Baum mit dem weniger attraktiven Namen ist ein wichtiges ökologisches Gehölz, dessen Holz früher zu hochwertiger Schwarzpulver-Kohle verarbeitet wurde. Die Heimatfreunde wiederum hüten als eines ihrer schönsten und am besten erhaltensten Exponate einen Pulverwagen in ihrer Ausstellung.
-essbare, mährische Eberesche, gestiftet von Ehepaar Kreuzer aus Ückertseifen – ein frosthartes, anspruchsloses Pioniergehölz – während die Früchte roh leicht giftig sind, lassen sie sich getrocknet oder eingelegt in Alkohol genießen oder können nach dem Kochen viele Vitamine liefern. Früher wurden die Früchte häufiger als Zutat in der Küche genutzt, z.B. als Beilage zu Käse oder Wildgerichten.
-eine „Maler“-Rose („Aquarell“), gestiftet vom Atelier Petra Moser
Die neue Initiative „Wurzeln schlagen, dann blüht uns was!“ in Hamm (Sieg) lädt weiterhin zum Mitmachen ein:
Wer also selbst Lust bekommen hat, einen Baum oder eine Pflanze zu setzen, um die „Begrünung mit Geschichte“ fortzusetzen, kann sich gerne an die Organisatoren aus der Ortsgemeinde wenden, um z.B. einen geeigneten Pflanzort auszuwählen, an welcher der Baum auf Ortsgemeindeboden gute Chancen hat. In der Regel können viele robuste, blühende Strauch- und Baumarten witterungsabhängig (ohne Bodenfrost) am besten zwischen Ende September bis Anfang/Mitte Dezember sowie von Anfang März bis Ende April gepflanzt werden.










