Energiemanagement
Neuer Energiemanager für die Verbandsgemeinde Hamm (Sieg)

Seit Juli 2026 beschäftigt die Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) mit Tobias Hoffmann ihren ersten Energiemanager. Hintergrund ist u.a. die Nationale Klimaschutzinitiative, im Rahmen derer die Stelle vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert wird. Ein erstes Ziel dabei ist es, ein Energiemanagementsystem für die Kommune zu entwickeln.
Tobias Hoffmann hat sich im Rahmen seines Studiums bereits umfänglich mit erneuerbaren Energien und Nachhaltigkeit beschäftigt und kann sich vorstellen, ggf. sogar das Thema seiner Masterarbeit mit Untersuchungen in der Verbandsgemeinde zu verbinden. Dabei wäre etwa die Erkundung von Wärmenetz-Potentialen im Bereich des Areals von Grundschule und Großsporthalle in Hamm (Sieg) denkbar: Die kürzlich abgeschlossene kommunale Wärmeplanung für die Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) durch die Rhein-Sieg-Netz hatte nahegelegt, für das entsprechende Areal eine detailliertere Ermittlung anzustreben, ob und welche lokale, übergreifende Versorgungslösung dort energietechnisch sinnvoll ist.
Mit dem dadurch gewonnenen ersten Überblick und lokalspezifischen Erfahrungen will der Energiemanager fortfahren und im Rahmen seiner Tätigkeit weitere energetische Einspar- oder Umlegungspotentiale ermitteln.
Ich freue mich sehr darauf, meine neue Aufgabe als Energiemanager der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) anzutreten. Dass ich mich beruflich für meine Heimat, den schönen Westerwald, engagieren kann, freut mich dabei ganz besonders“, erklärt Tobias Hoffmann in seinen ersten Tagen im Rathaus. „Mein Ziel ist es, unsere Kommune energetisch zukunftsfähig aufzustellen und die Energiewende vor Ort aktiv mitzugestalten. Dabei ist es mir wichtig, dass die Verbandsgemeinde mit gutem Beispiel, für ihre Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für andere Kommunen, vorangeht. So können wir gemeinsam die Weichen für eine lebenswerte und klimafreundliche Zukunft stellen.“
...einfach informiert: Kommunales Energiemanagement (KEM)
Kommunales Energiemanagement (KEM) ist ein systematischer, kontinuierlicher Prozess zur Erfassung, Analyse und Optimierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs kommunaler Liegenschaften und Anlagen. Ziel ist die spürbare Senkung von Energiekosten und CO₂-Emissionen ohne Komforteinbußen – und damit die langfristige, nachhaltige Entlastung der kommunalen Haushalte bei gleichzeitigem Beitrag zum Klimaschutz.
Welche Bereiche umfasst KEM?
KEM betrifft im Kern den Betrieb kommunaler Gebäude und Infrastruktur. In der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) meint das z.B.:
- Schulen, Kindergärten, Verwaltungsgebäude, Sportstätten, Dorfgemeinschaftshäuser usw.
- KulturHaus und Waldschwimmbad Thalhausermühle)
- technische Anlagen (Licht, Wärme, Kühlung), Gebäude-, Straßen- und Platzbeleuchtung
- Wasserversorgung und Abwasser (Kläranlage Au (Sieg))
Dabei werden folgende Maßnahmenfelder kombiniert:
- Kontrolle und Analyse: kontinuierliche Messung und Auswertung von Verbrauchsdaten (Wärme, Strom, Wasser)
- Optimierung: z.B. durch Anpassung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaabläufen, Nachtabsenkungen, Lastmanagement
- Geringinvestive und nichtinvestive Maßnahmen: Sensibilisierung der Nutzenden, Schulung von Personal, Optimierung von Energielieferverträgen
- Investitionsplanung: datengestützte Entscheidungen für Sanierungen, Neubauten und technische Erneuerungen
Was soll KEM bewirken?
KEM soll Kommunen als authentische Vorbilder für Energieeffizienz und Klimaschutz positionieren. Nachdem eine transparente Datengrundlage für strategische Entscheidungen geschaffen wurde, soll dies durch das Erreichen verschiedener Meilensteine sichtbar werden: etwa, indem Energie- und Wasserverbrauch systematisch reduziert, Energiekosten dauerhaft gesenkt und CO₂-Emissionen verringert werden.
Wie entlastet KEM eine Kommune nachhaltig und langfristig?
Neben einem weiteren Schritt in Richtung Klimaneutralität entstehen durch KEM entstehen wiederkehrende, dauerhafte Einspareffekte:
- Sinkende Jahreskosten für Energie und Wasser entlastet die Kommunalhaushalte unmittelbar und langfristig.
- Sanierungs- und Investitionsprojekte können effizienter und wirtschaftlicher geplant werden.
- Gesetzliche Vorgaben wie die im Energieeffizienzgesetz (EnEfG) geforderte jährliche Einsparung von 2% der Endenergie können von der Kommune leichter erfüllt werden.
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung der Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

